Oberbayern

COVID-Versorgung auf der Kippe: InnKlinikum schließt ein Haus – und schickt Personal an anderen Standort

Das InnKlinikum Altötting und Burghausen schließt eines seiner Häuser vorübergehend, damit die Beschäftigten an einem anderen Standort mithelfen, die Versorgung von Corona-Erkrankten sicherzustellen.

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Altötting/Mühldorf. Das InnKlinikum Altötting und Mühldorf hat angekündigt, den Medizinbetrieb in seiner Einrichtung in Haag in Oberbayern für drei Monate weitestgehend einzustellen. Es ist geplant, das Haus von November 2022 bis Januar 2023 nahezu dicht zu machen, damit die dort angestellten Beschäftigen bei der Behandlung von COVID-Erkrankten am Standort in Mühldorf am Inn mithelfen können. Das bestätigte ein Sprecher des kommunalen Klinikverbundes der Ärzte Zeitung am vergangenen Donnerstag.

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„Die vorübergehende Abordnung eines Großteils der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Haag nach Mühldorf erfolgt aufgrund der sprunghaft angestiegenen Coronafälle bei stationären Patienten und Klinikbeschäftigten, bei gleichzeitigem Personalmangel, der unsere Klinik in Mühldorf, wie auch alle Kliniken bundesweit, schon länger betrifft. Dieses Zusammentreffen negativer Umstände lässt uns keine Alternative zu dem Personaltransfer“, teilte Dr. Wolfgang Richter, Medizinvorstand am InnKlinikum Mühldorf und Haag, mit.

Wie viele Ärztinnen und Ärzte und wie viele Pflegekräfte genau den Arbeitsplatz wechseln müssen, will das InnKlinikum nicht verraten. Wie ein Sprecher auf Nachfrage berichtete, sind im Krankenhaus in Haag in Oberbayern rund 220 Menschen angestellt. Es verfügt über 114 Betten, davon 80 Akutbetten und 34 Rehabetten. Zuletzt wurden jährlich jeweils rund 1200 Menschen stationär versorgt. Einen Schwerpunkt bildet die Altersmedizin. Die geriatrischen Patienten werden ebenfalls nach und nach ins Haus nach Mühldorf am Inn verlegt.

Erwartetes Minus von knapp 20 Millionen Euro

Das InnKlinikum Altötting und Mühldorf hat im vergangenen Jahr ein Defizit von 12,9 Millionen Euro verbucht und rechnet im laufenden Geschäftsbetrieb mit einem Minus von 19,8 Millionen Euro. Es wurden bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

So wurden die Abteilungen der Inneren Medizin und der Intensivmedizin von Burghausen nach Altötting verlegt und die Öffnungszeit der Notaufnahme am Standort Burghausen verkürzt. Außerdem entschieden die Verantwortungsträger, den Betrieb der Geburtshilfe in der Mühldorfer Klinik bis auf Weiteres ruhen zu lassen. (ths)

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