Goostman-Fake

Computer sollen keine Ärzte sein!

Von Robert BublakRobert Bublak Veröffentlicht:

Vor gut zwei Jahren erlangte Eugene Goostman, ein 13-jähriger Ukrainer, eine gewisse Berühmtheit. Grund dafür war, dass es ihn gar nicht gab. Hinter Goostman steckte eine Software.

In Chats gelang es damit, 30 Prozent der Testpersonen davon zu überzeugen, dass sie sich nicht mit einem Computer, sondern mit einem Menschen unterhielten. Es hieß, damit habe erstmals eine Maschine den Turing-Test bestanden.

Glück für Goostman, dass er sich nicht als Arzt ausgab (wiewohl er behauptete, sein Vater sei Gynäkologe). Vermutlich wäre er rasch aufgeflogen. Denn wie eine Studie gezeigt hat, sind die medizinischen Fähigkeiten von Computern eher lausig.

Menschen haben die Nase vorn, noch...

Im Vergleich zu menschlichen Medizinern zogen die Algorithmen zur Symptomanalyse, die in Symptom-Checkern auf Webseiten und in Apps verwendet werden, jedenfalls deutlich den Kürzeren.

Die diagnostische Trefferquote der Ärzte war mit rund 89 Prozent zwar ebenfalls nicht perfekt. Allerdings lagen die Software-gestützten Systeme nur wenig über 50 Prozent und waren damit ungefähr so zuverlässig wie ein Münzwurf.

Nach Goostmans Coup prophezeiten manche Experten, Maschinen würden bald die Weltherrschaft übernehmen. Mag sein. In Kliniken und Praxen dürfte indes noch lange der gesunde Menschenverstand regieren.

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