Corona-Vakzine

Corona und Sachsen: 400 Polizisten außer der Reihe geimpft

Obwohl sie in der Impfpriorität erst auf Rang drei folgen, wurden in Sachsen nun mehrere hundert Polizisten gegen Corona geimpft. Der Grund: Im Buchungssystem für die Corona-Impfung wurden Termine doppelt vergeben.

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Dresden. In Sachsen sind mehr als 400 Polizisten vorzeitig gegen das Coronavirus geimpft worden. Das DRK Sachsen und das Sozialministerium des Freistaats bestätigten einen Bericht der „Leipziger Volkszeitung“. Das Ministerium hat das DRK für Sachsen mit den Impfungen beauftragt. Bisher haben demnach laut den angefragten Polizeidirektionen Dresden und Leipzig 434 Polizisten das Vakzin erhalten.

Damit unterscheidet sich der Fall in Sachsen in seiner Dimension von anderen Fällen, bei denen etwa einzelne Bürgermeister die Impfung bekommen haben, obwohl sie laut der Impfverordnung des Bundes noch nicht vorgesehen waren. Der Sprecher des DRK Sachsen, Dr. Kai Kranich, erklärt, im Buchungssystem seien Termine doppelt vergeben worden und der Impfstoff dafür bereits aufgetaut gewesen. Kurzfristig sei entschieden worden, „bei der Polizei anzurufen und zu fragen“, ob es möglich sei, dort diese Impfdosen abzugeben. Dafür seien aus verschiedenen Impfzentren die Impfdosen abgeholt“ worden, die in den nächsten Stunden verfallen wären.

Impfpriorisierung gilt eigentlich auch für Restdosen

In Sachsen wird aktuell in der Priorisierungsgruppe 1 geimpft – Polizisten, solange es sich nicht um Bereitschaftspolizisten handelt, sind allerdings erst in Gruppe 3 geführt. Die geimpften Polizisten sollen vor allem Polizisten aus dem Streifendienst und damit nicht Bereitschaftspolizisten sein. Eine Sprecherin des Sozialministeriums führt aus, dass „auch bei Rest-Dosen die vom Bund rechtlich vorgegebene Priorisierung“ gelte. Die Sprecherin ergänzt, dass die Impfverordnung des Bundes vorsehe, dass von der „Impfreihenfolge in Einzelfällen abgewichen“ werden könne, wenn dies „zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig“ sei.

DRK-Sprecher Kranich findet, das Bundesgesundheitsministerium habe das Vorgehen des DRK in der Verordnung „als gangbaren Weg bestätigt“. Allerdings findet sich dieser Passus erst in der seit dieser Woche gültigen Fassung der Impfverordnung. Die Impfungen bei den Polizisten erfolgten jedoch schon, als noch die Ursprungsversion der Impfverordnung gegolten hatte.

Vor allem mobile Impfteams unterwegs

Das DRK impft in Sachsen bisher vor allem mit mobilen Impfteams in Pflegeheimen sowie eingeschränkt in Impfzentren. Laut dem RKI haben im Freistaat bisher rund 27 .200 Bewohner von Altenheimen ihre Erstimpfung erhalten. Da laut dem Statistischen Landesamt im Freistaat rund 51 .000 Menschen in diesen Heimen leben, entspricht dies einer Quote von 53 Prozent.

Damit dürften noch längst nicht alle impfwilligen Pflegeheimbewohner versorgt worden sein, da Sozialministerin Petra Köpping (SPD) in dieser Woche von einer sehr hohen Impfbereitschaft bei den in den Altenheimen lebenden Menschen sprach. (sve)

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