Mehr ältere Infizierte

Coronavirus in Hamburger Heime und Kliniken eingeschleppt

In Hamburg gibt es immer mehr Menschen jenseits der 60, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt haben. Auch aus Heimen und einer Klinik werden Infektionsfälle gemeldet – vermutlich eingeschleppt durch Jüngere.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Reisende gehen aus dem Sicherheitsbereich des Hamburger Flughafens an einem Schild vorbei, das auf das Corona-Testzentrum verweist: Nach wie vor sind Reiserückkehrer eine Quelle für Neuinfektionen (Archivfoto vom August).

Reisende gehen aus dem Sicherheitsbereich des Hamburger Flughafens an einem Schild vorbei, das auf das Corona-Testzentrum verweist: Nach wie vor sind Reiserückkehrer eine Quelle für Neuinfektionen (Archivfoto vom August).

© Axel Heimken / dpa

Hamburg. Die Hamburger Gesundheitsbehörde beobachtet eine Verlagerung des Corona-Infektionsgeschehens auf ältere Menschen. Es gibt Anzeichen dafür, dass Infektionen an Arbeitsplätzen und in Gesundheitseinrichtungen durch jüngere Menschen eingetragen werden.

Sorge bereitet auch, dass die Mitarbeiter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zunehmend auf Akzeptanzprobleme bei der Nachverfolgung stoßen.

Die Sorge der Gesundheitsbehörde stützt sich auf einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der Altersgruppe ab 60 Jahren: Hier verzeichnete Hamburg in den Kalenderwochen 38 und 39 jeweils 37 Fälle, in der 40. Kalenderwoche waren dies aber schon 87.

„Das ist insbesondere deshalb problematisch, weil die Krankheitsverläufe bei älteren Personen als schwerwiegender beschrieben werden“, warnte die Gesundheitsbehörde.

Abgemeldet von der Teilnahme an der Notfallversorgung

Weil Infektionen in mehreren Fällen in Einrichtungen oder an Arbeitsplätzen eingeschleppt wurden, appellierte die Behörde an Arbeitnehmer, bei bestehender Symptomatik „im Interesse ihres Umfeldes die Präsenz am Arbeitsplatz zu vermeiden“.

Betroffen sind auch Pflegeheime und Krankenhäuser. In der Kalenderwoche 40 waren dies drei Pflegeeinrichtungen mit durchschnittlich 17,3 Fällen pro Ausbruch sowie „mehrere bestätigte Fälle“ im Krankenhaus Groß-Sand. Die Klinik hatte sich mit dem Auftreten des Infektionsverdachtes vorsichtshalber von der Teilnahme an der Notfallversorgung abgemeldet. Die in Groß-Sand aufgetretenen Fälle sind zur Versorgung an einen anderen Klinikstandort verlegt worden.

Insgesamt gab es in der Hansestadt in der 40. Kalenderwoche 614 neue Corona-Fälle. Dies entspricht einer Inzidenz von 32,3 Neufällen pro 100.000 Einwohner. Damit liegt die Hansestadt über den Werten der Flächenländer in der Nachbarschaft.

Die Zahl der stationär in Behandlung befindlichen Patienten in Hamburg ist auf 51 gestiegen. Die meisten Neuinfektionen werden nach wie vor in der Altersgruppe der 21- bis 29-Jährigen registriert, in der Kalenderwoche waren dies 136 Fälle. Laut Gesundheitsbehörde werden sie im Rahmen der Kontaktnachverfolgung im Gastronomiekontext erfasst.

Wachsende Probleme bei der Kontaktnachverfolgung

Auch Reiserückkehrer spielen weiterhin eine Rolle bei den erfassten Neuinfektionen. Bei 24 neuen Fällen konnte ein Infektionsort außerhalb Deutschlands eindeutig festgestellt werden.

Kopfzerbrechen bereitet der Behörde aber auch die Reaktion mancher Menschen bei der Kontaktnachverfolgung. Diese Nachverfolgung – im Durchschnitt sind pro positivem Fall 15 enge Kontaktpersonen zu verzeichnen – stößt zunehmend auf Schwierigkeiten und Akzeptanzprobleme. Die Behörde nahm dies zum Anlass, zu einer Mitwirkung bei der Kontaktnachverfolgung, aber auch zur Einhaltung von Quarantäneregelungen aufzurufen.

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