Widerstand gegen Spargesetz

Gesundheitsallianz in Sachsen-Anhalt warnt vor Kürzungen

KV, Kassen, Krankenhausgesellschaft, Arbeitgeber und Gewerkschaften in einem Boot: In Sachsen-Anhalt warnt eine breite Front von Akteuren vor Kürzungen im Gesundheitswesen.

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Warnung vor Kürzungen im Gesundheitswesen: Die KV Sachsen-Anhalt hat für ihre Aktion viele Partner im Gesundheitswesen und darüber hinaus gewinnen können.

Warnung vor Kürzungen im Gesundheitswesen: Die KV Sachsen-Anhalt hat für ihre Aktion viele Partner im Gesundheitswesen und darüber hinaus gewinnen können.

© pit24 / stock.adobe.com

Magdeburg. Dem Gesundheitswesen drohen 2023 Einsparungen in Milliardenhöhe. Dagegen wehrt sich in Sachsen-Anhalt eine Gesundheitsallianz. „Die Pläne der Bundesregierung, dem Gesundheitssystem im kommenden Jahr bis zu 40 Milliarden Euro zu entziehen, betreffen nicht nur Ärzteschaft und Krankenkassen“, sagt Dr. Jörg Böhme, Vorstand der KV Sachsen-Anhalt.

Gemeinsam mit der IKK gesund plus hat die Standesorganisation deshalb eine Gesundheitsallianz initiiert, der sich in kürzester Zeit Leistungserbringer, Handwerk, Arbeitgeber, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Krankenkassen angeschlossen haben.

Gelinge es nicht, die Pläne abzuwenden, könnten dem Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt im kommenden Jahr rund 315 Millionen Euro fehlen, warnt IKK-Vorstand Uwe Deh. Auch eine zusätzliche Belastung für Versicherte und Arbeitgeber sei nicht hinnehmbar. Auf sie nämlich sollen überwiegend die Kosten, die durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz einzusparen sind, abgewälzt werden.

Hohe Abgabenbelastung im internationalen Vergleich

Uwe Runge, Präsident des Handwerkstages Sachsen-Anhalt und Marco Langhof, Landes-Arbeitgeberpräsident, verweisen auf die im internationalen Vergleich extrem hohe Abgabenbelastung. „Gerade in der aktuellen Phase wirtschaftlicher Unsicherheit und massiver Kostensteigerungen darf es weder für Bürgerinnen und Bürger noch für die Wirtschaft zusätzliche Belastungen durch weiter steigende Sozialbeiträge geben“, so Langhof.

Unisono fordert die Allianz Bundestagsabgeordnete auf, sich gegen geplante Einsparungen im Gesundheitswesen und für eine stabile Finanzierung zu positionieren. „In Zeiten von Krisen, Krieg, hoher Inflation und längst nicht überstandener Pandemie wäre alles andere unverantwortlich“, mahnt Professor Wolfgang Schütte, Vorstandsvorsitzender der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt.

„Gesundheitsversorgung ist der zentrale Pfeiler sozialer Sicherung. Hier zeigt sich, ob Solidarität funktioniert“, so Jörg Böhme. Das habe die Allianz im Blick, die durchaus lauter werden will, falls sie kein Gehör findet oder ihre Argumente ins Leere laufen. (zie)

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