Corona-Impfungen

In Berlin-Neukölln sind COVID-19-Impfungen ohne Termin möglich

Um die Corona-Inzidenz weiter zu reduzieren, können sich alle Impfwilligen in Neukölln ohne Termin drei Tage lang gegen COVID-19 impfen lassen.

Madlen SchäferVon Madlen Schäfer Veröffentlicht:
Großer Andrang in Neukölln: Zahlreiche Impfwillige warten auf den Gehwegen rund um eine Turnhalle einer Schule in Neukölln, wo die Schwerpunktimpfung gegen Corona angeboten wird.

Großer Andrang in Neukölln: Zahlreiche Impfwillige warten auf den Gehwegen rund um eine Turnhalle einer Schule in Neukölln, wo die Schwerpunktimpfung gegen Corona angeboten wird. Bei dem gemeinsamen Pilotprojekt des Senats und des Bezirksamts Neukölln sind Anwohner festgelegter Straßen in einem Viertel mit hoher Inzidenz eingeladen, eine Corona-Impfung ohne Termin zu erhalten.

© dpa

Berlin. In dem Modellversuch Schwerpunktimpfung können sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils Neukölln vom 14. bis zum 16. Mai ohne Termin in der Turnhalle der Schule Köllnischen Heide gegen Corona impfen lassen. Sozial benachteiligten Menschen wird durch die Schwerpunktimpfungen gezielt in Gebieten mit einer hohen Corona-Inzidenz ein Impfangebot gemacht.

Von 10 Uhr bis 18 Uhr verimpfen vier Impfteams der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung den Impfstoff von Moderna und Johnson&Johnson. Insgesamt 10.000 Impfdosen würden hierfür bereitstehen, heißt es.

Aus Turnhalle wird temporäres Impfzentrum

Für die Impfung des Stadtteils ist die Turnhalle mit der Hilfe des Technischen Hilfswerks zu einem temporären Impfzentrum für die kommenden drei Tage umfunktioniert worden. „Das Schwerpunktimpfen wird im Grundsatz begrüßt. Es ist richtig, in Regionen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Bewohnerinnen und Bewohnern zu impfen, um bestehende Nachteile beim Zugang zu Impfungen auszugleichen. Gleichzeitig profitiert davon die ganze Stadt, da in diesen Gebieten in der Vergangenheit immer wieder hohe Inzidenzen zu beobachten waren“, sagt Bezirksstadtrat Falko Liecke auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“.

Die Corona-Fallzahlen der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass Quartiere mit einem negativen Sozialindex besonders von der Pandemie betroffen seien. Gründe hierfür seien beengte Wohnverhältnisse, schwierige Aufklärung der Menschen wegen Sprachbarrieren sowie teilweise die fehlende Akzeptanz von Schutzmaßnahmen. „Diese Kombination treibt die Inzidenz oft sprunghaft nach oben“, erklärt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci.

Sehr hohe Nachfrage

Am ersten Tag des Modellversuchs sei die Nachfrage nach den Impfungen enorm hoch gewesen. Eine Verlängerung der Corona-Impfungen über dieses Wochenende hinaus sei aber nicht vorgesehen, so Liecke. Es sei jedoch davon auszugehen, dass weitere Schwerpunktimpfungen in anderen Stadtteilen folgen werden, dies ist aber von der Bereitstellung von Impfdosen durch die Senatsverwaltung abhängig. „Es ist sinnvoll, in den sozial benachteiligten Kiezen Impfungen direkt vor Ort anzubieten, da dort oft der Zugang in das Gesundheitssystem weniger gut ausgeprägt ist, wie in anderen Regionen der Stadt“, sagt Liecke.

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