„CoronaUpdate“-Podcast

Streit um Telefon-AU – werden Hausärzte nun zu SARS-Superspreadern?

Hausärzte und Praxispersonal sind dem Coronavirus ganz besonders exponiert. Doch gerade jetzt gab es Streit um die Telefon-AU. Ein „CoronaUpdate“ über die Folgen.

Prof. Dr. med. Martin SchererVon Prof. Dr. med. Martin Scherer und Denis NößlerDenis Nößler Veröffentlicht: | aktualisiert:
Streit um Telefon-AU – werden Hausärzte nun zu SARS-Superspreadern?

© Springer Medizin

Ein Bericht aus der Lombardei zeigt, wie sehr Hausärzte dem Coronavirus SARS-CoV-2 ausgesetzt sind. In einer Umfrage, an der fast dreihundert Allgemeinmediziner teilgenommen haben, hatte fast jeder zweite Befragte COVID-19-Symptome angegeben. Doch getestet wurden nur die Allerwenigsten.

Die italienischen Autoren schlussfolgern, dass Hausärzte und ihr Praxispersonal selbst zu Verbreitern des Virus werden können. Besonders gefährdet wären dann ihre älteren, chronisch kranken oder multimorbiden Patienten.

Und just in dieser Zeit hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die Möglichkeit telefonischer AU-Bescheinigungen zunächst nicht verlängert. Patienten hätten seit Montag (20.4.) wieder in die Arztpraxis gemusst, wenn sie eine Krankmeldung brauchen. Der GBA hat kurz darauf angekündigt, die Tele-AU nun wohl doch zu verlängern.

Wir fragen deswegen in diesem „CoronaUpdate“: Werden Hausärzte jetzt zu SARS-Superspreadern? Und bräuchte es telefonische AU-Bescheinigungen nicht grundsätzlich, also nicht nur in Corona-Zeiten?

Quellen:

  • Fiorino G, Colombo M, Natale C, et al. Clinician Education and Adoption of Preventive Measures for COVID-19: A Survey of a Convenience Sample of General Practitioners in Lombardy, Italy. Ann Intern Med. 2020; [Epub ahead of print 15 April 2020]. doi: https://doi.org/10.7326/M20-1447
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