Vom Impfbus zur mobilen Praxis?

„Landärzte sollen ihre kostbare Zeit nicht auf Brandenburger Alleen vergeuden“

Landärzte gibt es auch in Brandenburg immer weniger. Aus der Opposition kommt daher die Idee, die Ärzte zu den Menschen zu bringen. Die KV schlägt hingegen den umgekehrten Weg vor.

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Der Impfbus könnte als mobile Arztpraxis die medizinische Versorgung verbessern.

Aus dem Impfbus soll später nach dem Willen der Freien Wähler in Brandenburg eine mobile Arztpraxis werden.

© picture alliance / Andreas Franke

Potsdam. Brandenburgs Freie Wähler wollen die derzeit im Land im Einsatz befindlichen Impfbusse mittelfristig in mobile Arztpraxen umwandeln. Einen entsprechenden Antrag will die fünfköpfige Landtagsfraktion in das Plenum des Landesparlaments einbringen, kündigte die gesundheitspolitische Sprecherin Ilona Nicklisch an.

„Unter Einbeziehung der Kassenärztlichen Vereinigung sollen angebotsorientiert mobile Arztpraxen geschaffen werden.“ Denn nach Informationen der Freien Wähler verschärfe sich die Situation bei den Landärzten in Brandenburg in den nächsten Jahren weiter. „Wir werden ein Drittel weniger Ärzte haben“, sagte Nicklisch. „Da müssen wir vorausdenken, um uns so zu organisieren, dass der Ärztebedarf auch abgesichert ist.“

Ihr Fraktionskollege Philipp Zeschmann ergänzte, dass die Kreise schon heute intensiv bemüht darum seien, Ärzte in ihre Region zu bekommen. „Das geht so weit, dass die Kreise Medizinische Versorgungszentren aufbauen, um Ärzten eine Möglichkeit zur medizinischen Versorgung vor Ort zu bieten.“

KV lehnt Vorschläge ab

Die KV Brandenburg, auf deren Mitarbeit die Freien Wähler setzen, lehnt die Vorschläge indes ab. „Aus unserer Sicht wird durch solche Modelle die Versorgung nicht verbessert“, sagte deren Sprecher Christian Wehry auf Nachfrage. „Wo sollen denn die Ärzte für diese mobilen Praxen herkommen?“ Wenn Mediziner sich entschieden, im ländlichen Raum zu arbeiten, sollten sie an einem festen Standort für ihre Patienten da sein „und ihre kostbare Zeit nicht auf Brandenburger Alleen vergeuden.“

Zudem ließen sich echte Praxisstrukturen, beginnend bei verschiedenen Behandlungszimmern und umfangreichen Diagnostik-Möglichkeiten bis hin zu Wartezimmer und Empfangstresen, nicht in einem Bus abbilden. „Der Patient kommt im Regelfall zum Arzt und nicht umgekehrt“, sagte Wehry. „Hier könnte die Politik ansetzen und Ideen für Patientenbusse und Fahrdienste entwickeln.“ (lass)
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