Medizinstudium

Medizinische Hochschule Brandenburg entlässt erste Absolventen ins Berufsleben

Doppelpremiere: Die MHB Theodor Fontane hat nun die ersten in Brandenburg ausgebildeten Nachwuchsmediziner verabschiedet. Zwei Drittel werden auch ihre Facharztweiterbildung in Brandenburg absolvieren.

Von Benjamin LassiweBenjamin Lassiwe Veröffentlicht:
Das Gebäude der Medizinischen Hochschule „Theodor Fontane“ auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken in Neuruppin (Brandenburg). Nun starten die ersten 36 Absolventen ins ärztliche Berufsleben. (Archivbild)

Das Gebäude der Medizinischen Hochschule „Theodor Fontane“ auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken in Neuruppin (Brandenburg). Nun starten die ersten 36 Absolventen ins ärztliche Berufsleben. (Archivbild)

© picture alliance / ZB

Brandenburg/Havel. Erstmals in der Geschichte des Landes Brandenburgs sind im Land ausgebildete Ärzte in das Berufsleben entlassen worden. Mit einer Feier in Anwesenheit von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) im Brandenburger Paulikloster verabschiedete die in Neuruppin und Brandenburg (Havel) ansässige „Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane“ am Samstag ihre ersten 36 Absolventen. Die Feier war eigentlich bereits für Oktober 2020 geplant, musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

Der scheidende Präsident der Hochschule, Professor Edmund Neugebauer, erinnerte während der Feier an die Gründung der MHB: Man habe die Hochschule gegründet, weil zu wenig in Berlin ausgebildete Studierende nach ihrem Studium in Brandenburg arbeiten wollten. Bei den eigenen Studierenden sei dies anders: „Rund zwei Drittel unserer Absolventen werden nach dem Studium ihre fachärztliche Weiterbildung in unseren Kliniken und unseren Partnerkrankenhäusern absolvieren“, sagte Neugebauer.

Spaß an der Allgemeinmedizin vermitteln

Aus Sicht der MHB gebe es zwei Indikatoren, damit sich Studierende für eine Tätigkeit im ländlichen Raum entscheiden: Die eigene Herkunft und entsprechende Erfahrungen im Studium. In den Kursen der MHB werde vermittelt, wie wichtig es sei, Allgemeinarzt zu werden. Ein regelmäßiger Praxistag in einer Arztpraxis gehöre ebenso zur Ausbildung wie Studienabschnitte in den kooperierenden Kliniken an verschiedenen Orten Brandenburgs. „Unsere kooperierenden Kliniken machen unseren Studierenden den Wechsel in ein anderes Bundesland ein bisschen schwerer“, sagte Neugebauer.

Am Monatsende wird Neugebauer das Rektorat der Hochschule an den neuen Präsidenten Hans-Uwe Simon übergeben.

Woidke: Historischer Tag für Brandenburg

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einem „historischen Tag“ für das Land Brandenburg. Der Ministerpräsident würdigte das Studium an der MHB als praxisnah und innovativ. Die Studierenden hätten trotz der Corona-Pandemie einen qualitativ hochwertigen Abschluss erreicht. In seinem Grußwort hob der Ministerpräsident hervor, dass an der MHB künftig auch ein konsekutiver Masterstudiengang der Versorgungsforschung aufgebaut werde. „Und das sollte uns auch Mut machen für die kommenden Herausforderungen“, sagte Woidke. Dazu gehöre vor allem die institutionelle Anerkennung der Hochschule durch den Wissenschaftsrat. „Unsere Unterstützung hat die MHB dafür in jedem Fall.“

Spahn lobt Lehrkonzept

In einem per Video übertragenen Grußwort würdigte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Brandenburger Modellstudiengang Medizin. „In ihrem Studium sind Vorklinik und Klinik nicht mehr getrennt, es wird fächerübergreifend gelernt, es findet eine frühe Einbindung in die Praxis statt, es gibt von Anfang an einen engen Austausch mit kooperierenden Kliniken und akademischen Lehrpraxen, kommunikative Kompetenzen spielen im Curriculum vom ersten bis zum letzten Semester eine wichtige Rolle“, sagte Spahn. Er erwarte, dass sich auch andere Universitäten und Fakultäten nach und nach entsprechend umstellen würden.

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