Berlin

Mehr Kinder, weniger Früherkennung

Personalprobleme im Öffentlichen Gesundheitsdienst wirken sich auf Schuluntersuchungen aus.

Veröffentlicht: 05.09.2019, 09:12 Uhr

BERLIN. Die Zahl der Früherkennungsuntersuchungen in Kindergärten und Kindertagesstätten durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) von Berlin ist in den vergangenen zehn Jahren trotz des stetigen Bevölkerungszuwachses kaum gestiegen. Der Senat führt das auf die Personalprobleme im ÖGD zurück.

„Angesichts der schwierigen Personalgewinnung im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheitsdienste ist positiv zu werten, dass die Gesamtzahl der jährlich durchgeführten Untersuchungen im Jahr 2017 mit 12.568 immerhin über der Zahl von 11.618 durchgeführten Untersuchungen im Jahr 2008 lag“, so Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen.

Als „nicht zufriedenstellend“ wertet Matz jedoch die großen Unterschiede zwischen den Bezirken. Sie würden eine unterschiedliche Schwerpunktsetzung der jeweiligen Gesundheitsämter vermuten lassen, so Matz weiter. Konstant niedrig erscheinen im Vergleich mit anderen Bezirken vor allem die Untersuchungszahlen in den kinderreichen Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln.

Im ebenfalls kinderreichen Pankow fanden 2017 dagegen im Vergleich zu 2008 mehr als doppelt so viele Untersuchungen. In Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf wurden 2017 nur noch ein Bruchteil der Untersuchungen des Vorjahres vorgenommen. Solche Schwankungen führt der Senat ebenfalls auf die Personalsituation zurück.

Unabhängig davon dokumentieren die vorgelegten Zahlen den Bedarf an diesen Untersuchungen. Denn von den 12.568 Kindern, die 2017 untersucht wurden, empfahlen die Ärzte des Berliner ÖGD 1829 Kinder zu weiteren Untersuchungen aufgrund bislang nicht bekannter Befunde. Konsequent gestiegen ist die Zahl der zahnärztlichen Untersuchungen von Kita-Kindern, und zwar von 49.737 im Schuljahr 2008/2009 auf 77.636 im Schuljahr 2016/2017. Dieser Anstieg geht mit einem Rückgang der Auffälligkeiten einher. Der Anteil der behandlungsbedürftigen Kinder sank in fast allen Bezirken von berlinweit im Durchschnitt 20,7 Prozent im Jahr 2008 auf 16,8 Prozent. (ami)

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