Hessen

Mehr Vollstudienplätze für Uni Marburg

Durch eine Zusammenarbeit mit dem Klinikum Fulda sollen Medizinstudenten künftig ihr komplettes Studium an der Philipps-Universität absolvieren können.

Christoph BarkewitzVon Christoph Barkewitz Veröffentlicht:
Beobachtet von ihren Kommilitonen untersuchen sich die Medizinstudierenden der Philipps-Universität Marburg, Leon Bolz und Carolin Aberle (r), im MARIS (Marburger Interdisziplinäres Skills Lab) gegenseitig selbst. An der Marburger Uni sollen 185 Teil- in Vollstudienplätze umgewandelt werden.

Beobachtet von ihren Kommilitonen untersuchen sich die Medizinstudierenden der Philipps-Universität Marburg, Leon Bolz und Carolin Aberle (r), im MARIS (Marburger Interdisziplinäres Skills Lab) gegenseitig selbst. An der Marburger Uni sollen 185 Teil- in Vollstudienplätze umgewandelt werden.

© Nadine Weigel/dpa

Fulda. Mit einer ursprünglich schon vor dreieinhalb Jahren angekündigten Umwandlung von sogenannten Teilstudienplätzen in Vollstudienplätze an der Philipps-Universität Marburg sollen mehr Medizinstudienplätze in Hessen geschaffen werden. Dazu hat Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Freitag eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Marburger Uni, dem Klinikum Fulda und der Hochschule Fulda präsentiert.

Demnach sollen 185 zuvor Teilstudienplätze in Marburg durch die Zusammenarbeit mit den Fuldaer Partnern in Vollstudienplätze verwandelt werden. Zuvor mussten diese Studenten Marburg nach dem Vorklinikum verlassen und sich an einer anderen Universität um einen Studienplatz für den klinischen Teil bewerben.

Klinikum Fulda ist vorbereitet

Künftig sollen nun 90 Studenten ihren klinischen Ausbildungsabschnitt in Fulda absolvieren. Dazu stellt das Klinikum Fulda eine gesamte Etage zur Verfügung, in der die angehenden Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden. Klinische Forschung und Versorgungsforschung sollen dann an der „Universitätsmedizin Marburg – Campus Fulda“ erfolgen.

Damit sollen vom Wintersemester 2022/2023 an alle Studenten, die im ersten Semester ihr Medizinstudium in Marburg beginnen, es auch in Hessen beenden, sagte Dorn und hofft dabei auf bleibende Effekte: „Wenn die jungen Medizinerinnen und Mediziner einen Teil ihrer Ausbildung in Fulda absolviert haben, lernen einige von ihnen die Vorzüge des Lebens in der Region kennen und möchten in Zukunft vielleicht als Hausärztin oder Kinderarzt hier arbeiten – das wäre auch ein positiver Effekt für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum“.

Für die Umwandlung stehen der Uni Marburg im Haushaltsjahr 2023 16,5 Millionen Euro und ab dem Jahr 2024 jährlich 21 Millionen Euro zur Verfügung. Auch in den Vorjahren ist bereits Geld geflossen, nämlich im Jahr 2021 7,5 Millionen Euro und 2022 11 Millionen Euro. Hintergrund: Bereits im Oktober 2018 hatte Dorns Amtsvorgänger Boris Rhein (CDU) die sukzessive Umwandlung der Studienplätze für die Wintersemester 2019/2020 und 2020/2021 angekündigt. Dies habe aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden müssen, heißt es nun aus dem Ministerium. Stattdessen habe es eine „zweite Pilotphase“ gegeben, „um die Funktionsweise im Vollausbau unter Realbedingungen zu testen“.

SPD fordert weitere Studienplätze

Ministerin Dorn liefere lediglich etwas, das ihr Vorgänger Rhein schon vor vier Jahren versprochen habe, kritisierte Dr. Daniela Sommer, gesundheitspolitische Sprecherin der oppositionellen SPD-Landtagsfraktion. Nichtsdestotrotz fehlten in Hessen auch künftig Medizinstudienplätze, um dem bereits bestehenden Ärztemangel auf dem Land effektiv entgegenzuwirken.

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