Schleswig-Holstein

Noch immer provisorische Schutzausrüstung in vielen Pflegeheimen

Selbstgenähte Masken, Schutzkittel aus dem Baumarkt: Die Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, Patricia Drube, beklagt weiterhin einen Mangel an professioneller Ausstattung.

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Schutzausrüstung für Pflegekräfte in Heimen ist vielerorts Mangelware.

Schutzausrüstung für Pflegekräfte in Heimen ist vielerorts Mangelware.

© Tom Weller/dpa

Neumünster. Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein mahnt intensivere Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen in der aktuellen Corona-Krise an. Nach Beobachtung der Kammer besteht an vielen Stellen noch kein Zugang zu angemessener Schutzausrüstung. Außerdem fehle es an einer Erfassung erkrankter Beschäftigter.

„Es kommt immer noch vor, dass Pflegende sich ihren Mund-Nasen-Schutz selbst nähen, sich Schutzvisiere mit Laminierfolie basteln und sich Ganzkörper-Overalls aus dem Baumarkt besorgen müssen. Das zeigt, dass wir immer noch ein Versorgungs- und Verteilungsproblem haben“, sagte die Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, Patricia Drube.

Sie erinnerte daran, dass ein unzureichender Schutz nicht nur das Pflegepersonal selbst, sondern auch die auf Pflege angewiesenen Patienten gefährdet.

Zahl der infizierten Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht bekannt

Sorgen bereitet der Pflegeberufekammer, dass die Zahl der am SARS-CoV-2 erkrankten Beschäftigten im schleswig-holsteinischen Gesundheitswesen nicht bekannt ist. „Es ist dringend notwendig, alle Infektionen mit SARS-CoV-2 von Beschäftigten im Gesundheitswesen landesweit zentral zu erfassen“, forderte Drube.

Die Infektionen müssten nicht nur nach Berufsgruppen, sondern auch nach Bereichen wie Kliniken, Pflegeeinrichtungen und ambulanter Pflege aufgeschlüsselt werden.

Von der Erfassung verspricht sich die Kammer, dass die Erkrankungsraten des Gesundheitspersonals mit der Bevölkerung verglichen werden kann. Daraus könnten dann Rückschlüsse gezogen werden, welche Schutzmaßnahmen in welchen Settings erforderlich seien – was im Moment nicht möglich sei.

„Weder Applaus, Lobeshymnen noch Einmalzahlungen können den Schaden ausgleichen, der entsteht, wenn Pflegende durch den Mangel an Schutzausrüstung selbst gefährdet werden“, sagte Drube. (di)

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