Kommentar zur geringen Wertschätzung

Umdenken in der Politik wäre angesagt

Der ambulante Sektor hat seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Das sollte die Politik nicht vergessen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

Kein seriöser Politiker bestreitet, dass das deutsche Gesundheitssystem in der Pandemie gut funktioniert und die Gesellschaft vor schlimmeren Folgen bewahrt hat. Möglich war das aus mehreren Gründen. Einer davon ist die Leistungsfähigkeit des ambulanten Sektors, der von selbstständigen und freiberuflichen Akteuren aus den Heilberufen geprägt ist.

Sie und ihre Angestellten waren es, die professionell und mit zum Teil bis an die Erschöpfung reichenden Einsatz die vielfältigen Herausforderungen der vergangenen 18 Monate gemeistert haben. Ihre Selbstverwaltungen haben Lösungen gefunden, wie die Zusammenarbeit auf allen Ebenen verbessert werden kann. Das elektronische COVID-Monitoring, das von der KV im Norden innerhalb kürzester Zeit entwickelt und implementiert wurde, ist nur ein Beispiel für die Funktions- und Leistungsfähigkeit dieses Systems.

Wäre das auch in einem staatlich gelenkten – und damit deutlich schwerfälligeren – Gesundheitssystem denkbar gewesen? Wird eine solche Kraftanstrengung der Akteure in den Praxen und von ihrer Selbstverwaltung auch bei einer nächsten Herausforderung gleichen Ausmaßes noch möglich sein?

Diese Fragen sind berechtigt, wenn Standespolitiker wie Dr. Monika Schliffke schon jetzt das Gefühl haben, dass in der Politik kein Umdenken stattgefunden hat. Wenn Politiker den beschriebenen Einsatz auch künftig erwarten, sollten sie die Bedeutung von selbstständig tätigen Heilberufen und die ihrer Selbstverwaltung jetzt nicht ignorieren, sie nicht noch stärker kontrollieren, mit immer neuen Gesetzen reglementieren und damit dazu beitragen, dass die Motivation für Engagement und Initiative sinken.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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