Studienkapazitäten ausgeschöpft

Unimedizin Mainz kann keine weiteren Studenten aufnehmen

Die Unimedizin Mainz ist einer der größten Ausbildungsstandorte für Medizin in Deutschland. Das Fachpersonal ist begehrt. Doch Rheinland-Pfalz sieht keine Spielräume, die Kapazitäten auszuweiten.

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Studienplätze für Humanmedizin in Mainz sind stark nachgefragt. Aber die Universitätsmedizin dort stößt an ihre Grenzen.

Studienplätze für Humanmedizin in Mainz sind stark nachgefragt. Aber die Universitätsmedizin dort stößt an ihre Grenzen.

© Andreas Arnold / dpa / picture alliance

Mainz. Die Studienkapazitäten der Unimedizin Mainz lassen sich nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums nicht weiter steigern. Ein wesentlicher Grund dafür sei die „begrenzte Zahl an Patientinnen und Patienten, die für die praktischen Ausbildungsinhalte zur Verfügung stehen“, teilte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) in seiner Antwort auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mit.

Wichtig sei es, dass die Studienabsolventen nicht nur überhaupt eine Tätigkeit als Arzt aufnähmen, sondern dies auch in den Fachrichtungen und den Regionen tun könnten, in denen der Bedarf am größten sei, so Hoch.

„Dazu trägt der Medizincampus Trier bei, der insbesondere den Belangen angehender Ärzte entgegenkommt, die sich beispielsweise im Westen von Rheinland-Pfalz eine ärztliche Tätigkeit vorstellen können, gegebenenfalls bereits dort verwurzelt sind oder sich bereits während des Studiums räumlich in diesen Landesteil orientieren möchten“, erklärte Hoch.

Mainz einer der größten Medizinerausbildungsorte in Deutschland

Der Medizincampus Trier (MCT) der Unimedizin Mainz wurde im Oktober 2020 offiziell eröffnet. Er bietet seit dem Wintersemester 2020/21 bis zu 30 Studierenden der Humanmedizin die Möglichkeit, das 10. Fachsemester in Trier zu absolvieren. Ab dem Sommersemester 2022 soll das Angebot um das 9. Semester erweitert werden.

Durch das Angebot des Medizincampus Trier solle neben der Attraktivität der Region auch die Möglichkeit geschaffen werden, die Qualität der Krankenversorgung in Häusern der Maximalversorgung anderer Träger als der Mainzer Universitätsmedizin kennenzulernen, erklärte Hoch.

Die Landesregierung hat nach eigenen Angaben in der zurückliegenden Legislaturperiode die Zahl der Studienanfängerplätze in der Humanmedizin um 15 Prozent gesteigert. Die Universitätsmedizin Mainz sei mit der Zahl von 450 Studienanfängerinnen und Studienanfängern pro Jahr einer der größten Ausbildungsstandorte für Medizin in Deutschland, betonte das Ministerium.

9,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt

Das Land hat den Angaben zufolge mit der Universitätsmedizin und der Johannes Gutenberg-Universität für die jüngste Erhöhung der Studienplatzkapazitäten eine kostendeckende Finanzierung vereinbart und für die Jahre 2021 bis 2023 insgesamt 9,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Für den Aufbau und den Betrieb des Medizincampus Trier werden in diesem Zeitraum insgesamt 15,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Von 2024 an soll die Finanzierung im Landeshaushalt fortgeschrieben werden.

Seit 2021 wird laut Gesundheitsministerium eine Wahlpflichtwoche am MCT für Studierende ab dem 7. Fachsemester angeboten. Diese stoße auf steigendes Interesse unter den Studierenden. Die Teilnehmenden hätten sich auch interessiert an einem Abschluss des Studiums in Trier gezeigt. „Dieser positive Trend ist sehr erfreulich“, betonte Hoch. (dpa)

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