Baden-Württemberg

Vier Zentren als Ergänzung zu Hausärzten

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STUTTGART. Baden-Württemberg fördert den Aufbau von vier sogenannten Primärversorgungszentren mit jeweils 150.000 Euro.

Dort sollen multiprofessionelle Teams den „Erstkontakt zu einer umfassenden Versorgung und Beratung vor Ort sicherstellen“, teilte das Sozialministerium mit.

  • Im Landkreis Calw soll sich ein Team aus Pflegekräften, MFA und Versorgungsassistenten in einem Zentrum um die Versorgung von chronisch kranken und multimorbiden Patienten kümmern. Dabei sollen auch „einheitliche Versorgungspfade für häufige Erkrankungen“ definiert werden, heißt es.
  • In der Stadt Filderstadt soll in Kooperation mit der Filderklinik in einer lokalen Gesundheitskonferenz ein „kommunales, sektorübergreifendes Entlass- und Nachsorgenetz“ entstehen. Basis dafür soll eine strukturierte Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe sein.
  • Im Landkreis Konstanz soll erprobt werden, wie Haus- und Fachärzte Aufgaben an Pflegekräfte und -dienste delegieren können. Dazu soll ein „Primärversorgungsnetzwerk“ aufgebaut werden.
  • In Nußloch im Rhein-Neckar-Kreis wird ein gemeindebasiertes Case-Management etabliert. Ziel ist die Zusammenarbeit von Akteuren aus den Bereichen Prävention, Frühintervention und Primärversorgung. Das Case-Management soll durch ein „Zentrum für Bürgergesundheit“ gesteuert werden.
  • Die Primärversorgung, erläutert das Ministerium, werde „bislang in der Regel vom Hausarzt abgedeckt“. Diese erste Anlaufstelle soll gestärkt, aber stärker sektorübergreifend angelegt werden. Für Patienten werde „perspektivisch der Erstkontakt zum Versorgungssystem über die Primärversorgung laufen“. Die neuen Zentren sollen, hieß es in der Ausschreibung, „gut in die örtlichen Strukturen eingebunden sein“. Die vier Modellvorhaben starten im November und werden bis Ende 2021 gefördert. Die begleitende Evaluation soll Erkenntnisse liefern, wie künftig Primärversorgungszentren „flächendeckend ausgestaltet werde können“. (fst)
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