Direkt zum Inhaltsbereich

Saarland

Warnstreik in katholischem Krankenhaus?

In der Marienhaus-Klinik in Ottweiler droht ein Arbeitskampf mit bundesweiter Signalwirkung.

Veröffentlicht:

OTTWEILER. Im Saarland könnte es am Mittwoch zu einer bundesweiten Premiere kommen: dem ersten ganztägigen Warnstreik in einem katholischen Krankenhaus. Sogar der Bundesvorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, solidarisiert sich mit dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di, die einen Tarifvertrag zur Entlastung des Pflegepersonals durchsetzen will.

Die Gemengelage ist kompliziert: Alle Beteiligten im Saarland, sind sich im Prinzip einig, dass Mindestpersonalstärken und andere Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Kliniken nötig sind. Allerdings ist der Weg dorthin heftig umstritten.

Das Land bemüht sich, zu bundeseinheitlichen Regelungen zu kommen, hat aber auch Vorgaben im Zuge des nächsten Krankenhausplans in Aussicht gestellt. Die Kliniken sehen die Krankenkassen in der Pflicht. Ver.di versucht, auf die einzelnen Klinikträger Druck auszuüben, und hat bundesweit Aktionen initiiert.

Im Saarland fanden tatsächlich auch Gespräche mit kirchlichen Trägern statt. "Verhandlungen" seien dies aber nicht, betonten diese. Nach Auffassung der Marienhaus-Stiftung wäre überdies die Saarländische Krankenhausgesellschaft der richtige Ansprechpartner, nicht die einzelnen Träger.

Ver.di will die Hängepartie jedoch nicht länger hinnehmen und hat nun zum 24-stündigen Warnstreik in der kleinen Marienhaus-Klinik in Ottweiler aufgerufen. Angeblich verfügt Ver.di in dem 121-Betten-Haus über eine sehr hohe Organisationsdichte. Die Gewerkschaft ist sich aber der Brisanz bewusst: "Nach unserem Kenntnisstand ist das der erste Streik in Deutschland in einem Betrieb, wo das katholische Arbeitsrecht angewendet wird", erklärt Gewerkschaftssekretär Michael Quetting.

Die Klinik-Leitung hat die Mitarbeiter bereits schriftlich vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen gewarnt. Die Gewerkschaft setzt deshalb auch auf eine breite Unterstützung aus anderen Krankenhäusern und der Bevölkerung. (kud)

Mehr zum Thema

Medizinstudium

Saarland erhöht seine Landarztquote

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cochrane-Review

Prostatakrebs: Wie ist denn nun die Evidenz des PSA-Screenings?

FODMAP, Hypnose, Stuhltransfer

Diese Interventionen helfen beim Reizdarmsyndrom

Lesetipps
Eine Frau hält Tabletten in der Hand

© Dusan / stock.adobe.com

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Nahaufnahme eines Patient, der den Gesundheitsbereich der ChatGPT-App verwendet.

© Azulblue / stock.adobe.com

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?