Ausflug in den Weltraum kann die Gesundheit gefährden

NÜRNBERG (sto). In der Schwerelosigkeit des Weltraums kommt es bei längerem Aufenthalt nach etwa drei Monaten zu einem Knochenabbau. Auch die Blutbildung und das Immunsystem verändern sich.

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Sieht atemberaubend aus, kann aber die Gesundheit angreifen: Ein längerer Aufenthalt in der Schwerelosigkeit des Weltraums.

Sieht atemberaubend aus, kann aber die Gesundheit angreifen: Ein längerer Aufenthalt in der Schwerelosigkeit des Weltraums.

© Foto: Mills@www.fotolia.de

Im europäischen Wissenschaftslabor Columbus, das an die Internationale Raumstation (ISS) angedockt ist, werden unter anderem auch die Auswirkungen von Langzeitraumflügen auf den menschlichen Körper untersucht, berichtete der deutsche Astronaut Dr. Reinhold Ewald bei einer Vortragsveranstaltung, zu der der pharmazeutische Gasspezialist Linde Gas Therapeutics nach Nürnberg eingeladen hatte.

Ewald, derzeit Leiter der ESA-Abteilung für den ISS-Missionsbetrieb, absolvierte 1997 seinen ersten Raumflug im Rahmen der zweiten russisch-deutschen MIR-Mission.

Im europäischen Wissenschaftslabor Columbus, dem kleinsten Labor der Raumstation, werden auf engstem Raum unter anderem auch Forschungen aus der Biologie, Biotechnologie, der Medizin und der Humanphysiologie betrieben, berichtete Ewald.

Erkenntnisse aus den Experimenten sollen auch dazu beitragen, unser Wissen über das Altern, über Osteoporose und Gleichgewichtsstörungen oder über Muskelschwund zu erweitern. Biologische Versuche mit Mikroorganismen, Zellen, Gewebekulturen, Pflanzen und wirbellosen Kleintieren sollen die Funktionsweise wichtiger Vorgänge in Organismen aufklären.

Der Aufenthalt im Weltraum führe im menschlichen Organismus zwar zu umfassenden Anpassungsvorgängen, berichtete Ewald. Zugleich habe sich aber gezeigt, dass der menschliche Organismus insgesamt weitgehend unabhängig von der Schwerkraft funktioniere.

Ausgeprägte psychische und physische Stresssituationen belasten die Astronauten bei ihrer Arbeit an Bord der Weltraumstation erheblich, berichtete Ewald. So sei das Leben in der Schwerelosigkeit des Weltalls nicht nur durch fehlende Bewegung gekennzeichnet, sondern führe oftmals auch zu Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems und zu Störungen der Verdauung und des Schlaf-Wach-Rhythmus'.

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