Gesellschaft

Blutbad an US-Krankenpflegeschule

"Kalkuliert" und "kaltblütig": Bei einem Amoklauf an einer Universität in Oakland sind sieben Menschen erschossen worden. Täter wie viele Opfer sollen ehemalige Krankenpflegeschüler sein. Sein eigentliches Ziel hat der Täter dabei verfehlt.

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Auf dem Rasen vor der Oikos Universität in Oakland haben Polizisten die Opfer der Schießerei niedergelegt.

Auf dem Rasen vor der Oikos Universität in Oakland haben Polizisten die Opfer der Schießerei niedergelegt.

© dpa

OAKLAND (jvb). Eine blutige Schießerei erschüttert die Kleinstadt Oakland bei San Francisco in Kalifornien.

Durch die Tat des ehemaligen Krankenpflegeschülers One Goh an der Oikos Universität sind sieben Menschen ums Leben gekommen, drei wurden verletzt.

Bei den Opfern handelt es sich offenbar um frühere Kommilitonen von Goh und um Angestellte der Hochschule, berichten US-Medien.

Am Montagmorgen, etwa 10.30 Uhr Ortszeit, betritt der 43-jährige Goh das Privatcollege "Oikos University". Ausgerüstet mit einer Handfeuerwaffe Kaliber 45, wie der "San Francisco Chronicle" unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, nimmt er auf der Suche nach einer bestimmten Verwaltungsangestellten eine Empfangsmitarbeiterin als Geisel.

Opfer mussten sich an der Wand aufreihen

Goh platzt in den Krankenpflege-Unterricht in einem Klassenzimmer und fordert die Teilnehmer auf, sich entlang der Wand aufzustellen. Dann erschießt er sie einzeln, läd seine Waffe nach und feuert um sich, als er merkt, dass sich weitere Studenten in anderen Klassenzimmern verstecken.

Die Hochschulangestellte, nach der Goh gesucht hat, soll am Montag nicht an der Schule gewesen sein.

So schildert Oaklands Polizeichef Howard Jordan dem Nachrichtensender CNN die Bluttat. Die Details soll die Polizei bei einem Verhör des Verdächtigen One Goh Dienstagmorgen erfahren haben.

"Das war eine kalkulierte, kaltblütige Hinrichtung", so Jordan zu CNN. Bei einer Pressekonferenz soll er den Verdächtigen als "kooperativ", aber nicht "besonders reumütig" beschrieben haben. Am Mittwoch soll Anzeige gegen Goh erstattet werden.

Die Polizei hatte den Verdächtigen etwa eine Stunde nach der Schießerei im Alameda Einkaufszentrum festgenommen. Dorthin war der Schütze mit dem Auto eines seiner Opfer geflüchtet.

Zu den Angestellten eines Supermarktes soll er gesagt haben: "Ich habe gerade ein paar Menschen erschossen." Das berichtet der "San Francisco Chronicle".

Motiv: Ärger mit der Privatuni

Gegenüber der Polizei soll Goh erklärt haben, was ihn zu der blutigen Tat getrieben hat.

Er sei sauer auf die Schulangestellte und Studenten gewesen. Kommilitonen sollen ihn gehänselt haben und ihn nicht respektvoll behandelt haben, sagte Polizeichef Jordan der "Oakland Tribune".

Laut Jordan, sei Goh der Hochschule wegen problematischen Verhaltens und Schwierigkeiten bei Aggressionsbewältigung verwiesen worden.

Die private Oikos Universität bildet laut ihrer Webseite in Krankenpflege, asiatischer Medizin, Musik und Theologie aus. Laut eines Lehrers zählt sie etwas mehr als hundert Schüler. Zum Zeitpunkt der Schießerei sollen etwa 35 Leute in oder in der Nähe der Hochschule gewesen sein.

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