Gesellschaft

Das Auge - Aufnahmen eines anatomischen Wunderwerks

Das Auge wird nicht nur von Laien, sondern auch von vielen Medizinern gern mit dem Begriff "Ästhetik" assoziiert. Zwei Erlangener Anatomen demonstrieren das nun in ihrem Buch "Augenwunder" anhand faszinierender Aufnahmen.

Veröffentlicht: 21.11.2007, 05:00 Uhr

Die Anatomen Elke Lütjen-Drecoll und Johannes W. Rohen haben für ihr Buch eine Sammlung rasterelektronenmikroskopischer und immunhistochemischer Fotos des Sehorgans vorgelegt. Sie gleichen wahren Kunstwerken und erwecken beim Betrachter Ehrfurcht vor diesem Sinnesorgan.

Die bis ins feinste Detail gehenden Aufnahmen verdeutlichen zum Beispiel wie vulnerabel die feinen Zellschichten der Netzhaut sind: Und dennoch liefert die Retina uns meist lebenslang (sofern nicht etwa eine Makuladegeneration eintritt oder eine Netzhautablösung) scharfe Bilder unserer Umwelt. Ebenso erstaunlich ist, dass es der Ziliarmuskel stets schafft, unseren Blick zu fokussieren, sodass wir von "Fern" auf "Nah" in Sekundenbruchteilen umschalten können. Immunhistochemisch rot gefärbt erinnern die feinen Muskel-Fortsätze hingegen vielmehr an eine exotische Meerespflanze.

Die beiden Autoren zeigen mit ihren Bildern aber nicht nur die Schönheiten der Augenanatomie auf. Sie weisen auch auf die potenziellen Gefahren hin, die den Strukturen des Auges im Laufe eines Lebens drohen können. So können sich die in der Aufnahme scheinbar großen, an die Deckenöffnungen eines futuristischen Domes erinnernden Poren des Schlemmschen Kanals verschließen und zum Glaukom führen, die Linse kann sich eintrüben, sodass eine Kataraktoperation nötig wird. (rdg)

Elke Lütjen-Drecoll und Johannes W. Rohen: Augenwunder - eine funktionell-anatomische Reise durch das Auge. 172 Seiten gebunden mit 115 farbigen Abbildungen, Kaden Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 3922777813, Preis 36,80 Euro.

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