Gesellschaft

Dioxin: Fast jeder Zweite ändert Einkaufsverhalten

Der aktuelle Lebensmittelskandal sorgt für einen spürbaren Imageverlust der Lebensmittelbranche. Einer Umfrage zufolge fordern die Bürger schärfere Kontrollen.

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BERLIN (dpa/eb). Wegen des Dioxin-Skandals kauft einer Umfrage zufolge nahezu jeder zweite Bundesbürger anders ein als bisher. 44 Prozent sagten, ihr Einkaufsverhalten habe sich geändert, ergab eine Umfrage von TNS Emnid und der PR-Agentur Ketchum Pleon, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Bei den weiblichen Befragten gab es eine knappe Mehrheit. Rund ein Drittel gab insgesamt an, bewusster einzukaufen. 54 Prozent haben ihr Verhalten nicht geändert.

Der Umfrage zufolge erleidet die Lebensmittelbranche in Deutschland zurzeit einen spürbaren Imageverlust. Die Skepsis der Verbraucher trifft vor allem die Zulieferer: 59 Prozent der Befragten geben an, dass sich die Einstellung zu den Zulieferern der Lebensmittelbranche deutlich verschlechtert hat.

Das Vertrauen in die Lebensmittelqualität ist bei vielen gesunken: 42 Prozent gaben dies für Eier an, 37 Prozent für Hühnerfleisch, 35 Prozent für Schweinefleisch. Knapp 60 Prozent der Befragten geben der Umfrage zufolge an, dass sich die Einstellung zu den Zulieferern der Lebensmittelbranche deutlich verschlechtert hat.

Von dem Dioxin-Skandal profitieren könnte die Bio-Branche. Denn 13 Prozent der Befragten erklären, sie wollten in Zukunft nur noch Bio-Lebensmittel einkaufen.

Zudem meinen 62 Prozent der Befragten, als Konsequenz aus den Vorfällen müssten die Verbraucher bereit sein, für hochwertige Lebensmittel mehr zu bezahlen.

Die große Mehrheit fordert Konsequenzen aus dem Skandal. Um solche Ereignisse in Zukunft zu verhindern, sehen die meisten den Staat in der Pflicht.

91 Prozent sagen, die Regierung müsse der Lebensmittelbranche stärkere Kontrollen auferlegen. Gut drei Viertel der Befragten sprechen sich zudem für stärkere Selbstkontrollen der Wirtschaft aus, eine EU-weite Regulierung halten 74 Prozent für eine notwendige Konsequenz.

In der repräsentativen Umfrage wurden in der vergangenen Woche 1002 Konsumenten befragt.

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