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EU-Kommission will Abbrecher-Quote senken

BRÜSSEL (dpa). Über sechs Millionen Schulabbrecher in Europa - das muss sich nach Meinung der EU-Kommission dringend ändern.

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Durch mehr individuelle Förderung und Sanktionen fürs Schuleschwänzen soll nach einem am Montag in Brüssel vorgestellten Aktionsplan der EU-Behörde die Zahl der Schulabbrecher gesenkt werden.

Auch das Sitzenbleiben soll dann der Vergangenheit angehören. Um Schüler besser zu motivieren, raten die EU-Experten in ihrer Empfehlung an die Mitgliedsstaaten zur Verzahnung von beruflicher und schulischer Ausbildung und zur Vernetzung von Schulen.

Die Zahlen sind laut EU-Kommission alarmierend: Mehr als sechs Millionen junge Europäer haben 2009 die Schule abgebrochen, bevor sie die Sekundarstufe I (10. Klasse) beendet hatten. Damit liegt der Schnitt bei 14,4 Prozent. Diesen Anteil will Brüssel in den nächsten zehn Jahren auf unter zehn Prozent drücken.

In Deutschland liegt die Quote laut Kommission bei 11,1 Prozent. Allerdings liegen dem jüngsten Bildungsbericht von Bund und Ländern andere Berechnungen zugrunde. 2008 verließen danach 7,5 Prozent der 15- bis unter 17-Jährigen ihre Schule ohne Hauptschulabschluss.

Schlecht schneiden nach Kommissionsangaben vor allem Malta, Portugal und Spanien ab - dort beenden mehr als 30 Prozent der Schüler vorzeitig ihre Ausbildung.

Eine hohe Zahl von Schulabbrechern behindere die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Europas - vor allem in der derzeitigen Wirtschaftskrise. "Wäre der Anteil der Schulabbrecher in Europa nur um einen einzigen Prozentpunkt niedriger, gäbe es jedes Jahr fast eine halbe Million zusätzlicher qualifizierter junger Arbeitnehmer", sagte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou.

Die Kommission riet den Ländern davon ab, Schüler eine Klasse wiederholen zu lassen. Sie pocht auf frühzeitige Unterstützung beim Lernen, besonders bei mehrsprachigen Kindern. Bei Anzeichen fürs Schulschwänzen und bei schlechten Leistungen müssten Lehrer sofort eingreifen.

Schulabbrecher müssten später wieder ins Bildungssystem einsteigen können. Die EU-Bildungsminister müssen den Vorschlägen der Kommission noch zustimmen und beraten im Mai über das Thema.

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