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Kabinett

Haft für Fotos von Unfalltoten möglich

Wer Unfall-Tote fotografiert oder filmt, soll künftig härter bestraft werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Bundeskabinett beschlossen.

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Mit der Handykamera draufhalten – das soll künftig unter eine schärfere Strafe gestellt werden.

Mit der Handykamera draufhalten – das soll künftig unter eine schärfere Strafe gestellt werden.

© RioPatuca Images / stock.adobe.com

Berlin. Gaffer, die Verstorbene nach einem Unfall fotografieren, können künftig mit bis zu zwei Jahren Haft oder Geldbuße bestraft werden. Das sieht eine Änderung des Strafgesetzbuchs vor, die das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat.

Bislang war es nicht ausdrücklich verboten, Bilder von Unfalltoten zu machen. Diese Rechtslücke wird durch eine Änderung des Paragrafen 201a Strafgesetzbuch geschlossen.

Damit wird ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag eingelöst. Geregelt wird in der Novelle auch das Verbot des „Upskirtings“ – heimlichen Aufnahmen, die Frauen in ihrer Intimsphäre verletzen. Strafbar ist ein solches Verhalten in der Regel bislang nicht gewesen.

Geahndet werden konnten bisher solche Aufnahmen nur, wenn die Betroffenen sich in einer Wohnung oder geschützten Räumen wie einer Umkleidekabine befunden haben.

Verbreitung im Internet

Zugleich tauchen solche Bilder immer häufiger auf, weil Handykameras allgegenwärtig sind und die Anonymität des Internets die Hemmschwelle für eine Verbreitung senkt. Angehörige können lediglich die Löschung auf Internetseiten verlangen.

„Verletzte Unfallopfer oder gar Tote aus reiner Sensationsgier zu fotografieren, ist widerlich und verstößt gegen die Grundregeln menschlichen Anstands“, erklärte Justizministerin Christine Lambrecht. Für Menschen, die in einem solchen Moment nichts anderes im Sinn hätten als Fotos zu schießen, fehle ihr jedes Verständnis.

Dass sie für die Veröffentlichung auch noch mit Likes und Kommentaren belohnt würden, sei „einfach nur gruselig“, sagte die Ministerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Außerdem behinderten die Gaffer häufig die Rettungskräfte. (fst/dpa)

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