Corona-Umfrage

Ja zum Home-Office, nein zu Geschäftsschließungen

Die Corona-Arbeitsschutzverordnung stößt bei der Mehrheit der Deutschen auf positive Resonanz. Das gilt nicht für alle Maßnahmen, wie der Corona-Monitor des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Die Corona-Arbeitsschutzverordnung soll dafür sorgen, dass möglichst viele Beschäftigte ihren Job vom Home-Office aus erledigen.

Die Corona-Arbeitsschutzverordnung soll dafür sorgen, dass möglichst viele Beschäftigte ihren Job vom Home-Office aus erledigen.

© gpointstudio / stock.adobe.com

Berlin. Trotz aller Gefahren, die das Home-Office mitunter für bestimmte Beschäftigte vor allem in psychologischer Hinsicht birgt, sehen 86 Prozent der Deutschen das von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil verordnete Arbeiten in den eigenen vier Wänden als angemessene Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie an. Das geht aus dem aktuellen, bevölkerungsrepräsentativen Corona-Monitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Seit Ende Januar gilt deutschlandweit die Corona-Arbeitsschutzverordnung. Diese sieht vor, dass Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – soweit es deren Tätigkeit zulässt – das Arbeiten von zu Hause anbieten. BfR-Präsident Professor Andreas Hensel wertet die aktuellen Umfragewerte so: „Dies verdeutlicht, dass die Menschen zur Eindämmung des Coronavirus auch Veränderungen in ihrem beruflichen Alltag akzeptieren.“ Derweil wird bei Chefs in Haus- und Fach-, aber auch Zahnarztpraxen die Option auf Home-Office nicht sehr offensiv forciert, wie eine Umfrage der „Ärzte Zeitung“ ergeben hatte.

Höchste Zustimmung bei jungen Menschen

Mit 89 Prozent am stärksten stimmt die Altersgruppe der 14- bis 39-Jährigen dem Home-Office als angemessene Anti-Corona-Maßnahme zu, bei den 40- bis 59-Jährigen sind es 82 Prozent und bei den über 60-Jährigen 86 Prozent.

Über alle Altersgruppen ab 14 Jahre hinweg sehen sogar 57 Prozent Kita- und Schulschließungen als angemessene Maßnahmen an, was angesichts der massiven Lockerungsdebatten im Vorfeld der für Mittwoch geplanten Corona-Videoschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs überrascht.

Die Abstandsregelung führt mit 93 Prozent Zustimmung die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung an, die die Deutschen für angemessen halten, gefolgt von der Maskenpflicht mit 91 Prozent, den Quarantänemaßnahmen (90 Prozent) und der Absage von Veranstaltungen (88 Prozent).

Verhaltenere, aber angesichts der Debatte um Impfstoffknappheit und Impfterminchaos immer noch hohe Zustimmung in puncto Angemessenheit erfährt die nationale Impfstrategie mit 72 Prozent. Dass Kultureinrichtungen schließen müssen, finden 70 Prozent der Deutschen ok, bei den Kontaktbeschränkungen sind es 69 Prozent. Nur 59 Prozent empfinden die Gastronomieschließung als angemessene Reaktion im Sinne der Corona-Eindämmung.

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