Kommentar

Kein Stoff für Horrorszenarien

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Die technische Meisterleistung des US-Genforschers Dr. Craig Venter hat die Gentechnik weit vorangebracht, weil jetzt erstmals belegt ist, dass sich auch große Erbgutmoleküle mit über einer Million Bausteinen verändern und in andere Zellen übertragen lassen - auch wenn etwa bis zur Herstellung von Arzneimitteln oder Biosprit mit Hilfe veränderter DNA noch Jahrzehnte vergehen werden. Mit seinem Erfolg hat der Forscher aber noch etwas anderes erreicht, nämlich die Diskussion über die Definition von Leben erneut angestoßen.

Eines ist klar: Was Venter und seine Kollegen jetzt zu Pfingsten der Öffentlichkeit bekannt gegeben haben, ist auf keinen Fall künstliches Leben. Denn die Forscher haben sich nur der Elemente aus dem Baukasten der belebten Natur bedient und Vorhandenes streng nach dem zuvor entschlüsselten Bauplan zusammengesetzt. Wenn sie in weiteren Experimenten Erbgut synthetisch herstellen, darin gezielt Veränderungen vornehmen und in existierende Organismen einfügen, entstehen neue Organismen, die vorher nicht existierten. Das geschieht aber auch schon jetzt etwa mit der Schaffung gentechnisch veränderter Bakterien oder Viren. Für Horrorszenarien reichen die neuen Forschungsergebnisse nicht.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Künstlich synthetisiertes Bakteriengenom ist ein Meilenstein der Gentechnik

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