Gesundheits-Screening

Mehr als ein warmer Händedruck

Stark oder schwach? Wie fest ein Mensch beim Händedruck zupackt, kann viel über seine Gesundheit verraten. Ein kurioser Vorschlag kommt aus Österreich.

Veröffentlicht:
Gib mir deine Hand, und ich sag dir, wie gesund du bist? So lautet ein aktueller Vorschlag aus Österreich.

Gib mir deine Hand, und ich sag dir, wie gesund du bist? So lautet ein aktueller Vorschlag aus Österreich.

© Robert Kneschke / fotolia.com

LAXENBURG. Ein Händedruck als Screening-Methode? Tatsächlich ließe sich schnell und preisgünstig mit einem einfachen Test des Händedrucks der Gesundheitszustand eines Patienten abschätzen. Das berichtet Dr. Nadia Steiber vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg bei Wien (PLOS ONE. 2016; doi:10.1371/ journal.pone.0163917).

Der Händedruck wird dabei mit einem einfachen Werkzeug bestimmt und kann Hinweise auf gravierende Gesundheitsprobleme liefern, so das Institut in einer Mitteilung.

Allgemein ist der Händedruck beim Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren am stärksten und nimmt dann in den weiteren Lebensjahren langsam ab. "Fallen bei einem Patienten die Werte des Händedrucks unter eine bestimmte Grenze, die vom Alter, Geschlecht und Körpergröße abhängt, dann sind weitere Untersuchungen auf den Gesundheitszustand zu empfehlen", berichtet Steiber in der Mitteilung.

Schwacher Druck von verletzlichen Personen

Referenzwerte hat sie dabei in ihrer Studie publiziert. Ein schwacher Druck deute direkt auf eine erhöhte Vulnerabilität des Patienten. Das Messverfahren ist dabei simpel und kostet nicht viel, so die Wirtschaftssoziologin in der Mitteilung.

Basis der Studie waren Daten aus einer Studie zur Bewertung des biologischen Alters. Auch hierzu kann die Händedruck-Messung als Methode verwendet werden. In Studien war der Druck dabei direkt assoziiert mit Sterberisiko, Behinderung, geistigem Abbau und der Rekonvaleszenz-Zeit nach Krankenhausaufenthalten.

Direkte Anwendung in klinischer Praxis möglich

Die Referenzwerte der neuen Studie zum Händedruck ließen sich direkt in der klinischen Praxis verwenden, heißt es in der Mitteilung weiter.

Für die Berechnung der Werte wurden Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin verwendet. Sie stammen von über 11.000 Probanden im Alter von 17 bis 90 Jahre mit über 25.000 Messungen.

Erstmals seien in der Studie Händedruck-Referenzwerte über die gesamte Lebensspanne von Menschen ermittelt worden. (eis)

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hämatologe gibt Tipps

Krebspatienten impfen: Das gilt es zu beachten

Lesetipps
Eine pulmonale Beteiligung bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) kann sich mit Stridor, Husten, Dyspnoe und Auswurf manifestieren. Sie zeigt in der Lungenfunktionsprüfung meist ein obstruktives Muster.

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Wenn der entzündete Darm auf die Lunge geht

Die elektronischen Monitoring-Devices könnten gezielt Patienten mit unkontrollierter Erkrankung verordnet werden, um zu messen, ob es bei der Inhalation an der Regelmäßigkeit, der Technik oder an beidem hapert und dann genau da zu schulen, wo es Probleme gibt.

© tadamichi / stock.adobe.com

Neue Möglichkeiten

So hilfreich können Smart Inhaler bei Asthma oder COPD sein