Gesellschaft

Mit 80 noch auf dem Surfbrett? Aber natürlich!

Unmobil, pflegebedürftig oder gar gelangweilt? Im Gegenteil: Alte Menschen sind topfit und nehmen am Leben teil. Das zeigt eine Ausstellung in Berlin.

Von Sunna Gieseke Veröffentlicht:
"Looking for new waves" (2009): Wellenreiten an der spanischen Küste - ein Klacks für ältere Menschen.

"Looking for new waves" (2009): Wellenreiten an der spanischen Küste - ein Klacks für ältere Menschen.

© Angela Archilla / AOK

BERLIN. Mick Jagger, die Rocklegende der 60er Jahre, wird in diesem Jahr 67 Jahre alt - alt? Vermutlich denkt kaum einer bei dem - immer ja noch erfolgreichen - Sänger an einen "alten Knacker", der so langsam wirklich mal an die Rente denken sollte.

Das Bild des Alters ändert sich in der Gesellschaft zunehmend. Und von der Vorstellung, dass alte Menschen beispielsweise weniger mobil sind, wird man sich künftig wohl verabschieden müssen.

Der Meinung ist auch die AOK: "Die Grenzen zwischen Jung und Alt verschwimmen", sagte der Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, bei der Eröffnung der Fotoausstellung "Neue Bilder vom Alter(n)" am Dienstag in Berlin.

Die Ausstellung im Atrium des AOK-Bundesverbandes will Perspektiven für den nächsten Lebensabschnitt aufzeigen und räumt mit Klischees des Alterns auf: Denn Alter muss nicht zwangsläufig mit Krankheit, Pflege und Untätigkeit zusammenhängen.

Statt dessen sieht man Balletttänzerinnen, Biker, Disco-Queens. Die Bilder präsentieren ältere Menschen ausdrucksstark auch in ungewöhnlichen Situationen.

"Menschen sollten möglichst aktiv das Alter erleben", so Reichelt. Dem stimmte auch die Schirmherrin des Fotoprojekts, Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), zu: "Wir müssen uns von der alten Vorstellung der Dreiteilung des Lebens verabschieden. Künftig wird sich das Leben nicht mehr in Lernen, Arbeiten und Ruhestand unterteilen lassen."

Mit dem Alter sollte nicht nur eine Bürde verbunden werden, sondern auch eine Chance immer weiter zu lernen. Im Zuge der demografischen Entwicklung sei dies auch ein notwendiger kultureller Wandel in der Gesellschaft.

Künftig müsse es auch möglich sein, jenseits des 50. Lebensjahres eine zweite Karriere zu starten, so Schavan. Schließlich habe ein Mädchen, das 2011 geboren wird, gute Chancen auch das Jahr 2111 zu erleben. Die älteren Generationen müssten sich auch im Alter weiterbilden.

Initiiert wurde die Wanderausstellung, die zuvor in Braunschweig, Stuttgart und München gezeigt wurde, von der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle.

Das Fotoprojekt mit Wettbewerb, Katalog und Ausstellung schließt die dreijährige Arbeit der Akademiegruppe "Altern in Deutschland" ab.

Die Ausstellung ist wochentags und samstags von 10 bis 16 Uhr bis zum 16. April 2011 im Atrium des AOK-Bundesverbandes, Rosenthaler Straße 31, in Berlin zu sehen.

Mehr zum Thema

Start Anfang Februar

Österreich hält an Plänen zur Impfpflicht fest

Präsidentschaftskandidat Trabert

Der „Street Doc“ will ins Schloss Bellevue

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Wo Parkinson besonders oft vorkommt

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Mit ganz unterschiedlichen Aktionen versuchen MFA, auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Hier im Bild die Protestaktion des Verbands medizinischer Fachberufe am vergangenen Mittwoch in Berlin. In vielen Praxen solidarisieren sich aber auch die Ärztinnen und Ärzte mit ihren Fachangestellten.

© Verband medizinischer Fachberufe

Aktion pro Corona-Bonus

MFA streiken, ihre Chefinnen legen sich für sie ins Zeug