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Pferdenärrin ohne Arme macht anderen Betroffenen Mut

HAMBURG (dpa). Ein Ziel wollte Bettina Eistel unbedingt erreichen: Unabhängigkeit. Und das hat die 46-Jährige, die durch das Medikament Contergan ohne Arme auf die Welt kam, mit Bravur gemeistert. Sie arbeitet als Psychotherapeutin, Fernsehmoderatorin und ist eine erfolgreiche Dressurreiterin.

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"Wenn ich mir etwas vornehme, dann kriege ich das auch hin", sagt die zierliche Frau mit der blonden Lockenmähne. "Ich kann stricken, malen - nur Klavier spielen kann ich nicht, da fehlt die Spannweite." Bettina Eistel arbeitet als Therapeutin in einer Hamburger Erziehungsberatungsstelle und kann den Familien eine Menge mit auf den Weg geben. "Ich besitze durch mein Handicap eine viel niedrigere Schwelle, so dass sich viele meiner Klienten schneller trauen, mir etwas zu erzählen."

Ihre Leidenschaft fürs Reiten entdeckte sie, als ihre ältere Schwester Barbara sie mit sechs Jahren auf ein Pony setzte. In einer therapeutischen Reitgruppe lernt sie dann das Reiten und erfindet selbst die "Bremse", indem sie ein zweites Paar Zügel in den Mund nimmt - die anderen Zügel dirigiert sie mit den Füßen. 2002 wird Bettina Eistel deutsche Meisterin der Dressurreiter mit Handicap. In Athen gewinnt sie die Silbermedaille bei den Paralympics, weitere Titel folgen. Seit 2005 moderiert sie im ZDF die Sendung "Menschen - das Magazin".

Ihre Autobiografie "Das ganze Leben umarmen" ist erschienen im Ehrenwirth Verlag, ISBN 3431037100, Euro 19,95

Lesen Sie dazu auch: Schlafmittel-Tragödie rüttelte vor 50 Jahren Deutschland wach

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