Öffentliche Gelder gefordert

Protest-Demo der Klinik-Clowns

Ob in Krankenhäusern oder Hospizen: Wo vielen nur nach Weinen zumute ist, sorgen Klinik-Clowns für Aufmunterung. Am Mittwoch jedoch machten sie für Kranke keine Faxen, sondern gingen auf die Straße, um zu demonstrieren.

Veröffentlicht: 14.05.2014, 15:00 Uhr
Protest-Demo der Klinik-Clowns

Auch Clowns haben Sorgen, für sie auf die Straße gehen.

© Christoph Schmidt/dpa

BERLIN. Normalerweise reisen sie an, um in Krankenzimmern mit Zaubereien und kleinen Späßen gute Laune zu verbreiten. Am Mittwoch dienten rote Nasen und Ringelshirts einem anderen Zweck: Sie machten bei einer Demonstration in Berlin auf ihre Finanzsorgen aufmerksam.

Der Dachverband "Clowns in Medizin und Pflege" fordert öffentliche Zuschüsse, um schwer kranken Patienten eine heitere Abwechslung zu bieten. Es gebe zu wenig Spendengelder, um Auftritte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen langfristig zu planen.

Der Verband bildet seit zehn Jahren Klinik-Clowns aus. 200 Profis haben sich bundesweit organisiert, um Kranke mit Humor von ihrem Leid abzulenken.

"Lachen hilft"

Schon mit ihrer Anreise hatten manche Klinik-Clowns im Kostüm Aufmerksamkeit erregt: Sie kamen per Anhalter. Bei ihrer Demonstration in Berlin zogen mehrere Dutzend Clowns mit Transparenten vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor und ans Bundeskanzleramt. "Lachen hilft" und "Ich will einen Clown von Dir" war auf Plakaten zu lesen.

Denn ein Job als Klinik-Clown ist kein Hobby. Hinter den Masken stecken oft freiberufliche Schauspieler und Artisten. Im Doppelpack kostet eine "Clownvisite" rund 300 Euro. Spenden fließen aber oft nur für Auftritte vor kranken Kindern.

Zunehmend gefragt sind Clown-Besuche nach Angaben des Verbands aber auch bei erwachsenen Patienten, zum Beispiel in Seniorenheimen und in Hospizen. Ein gemeinsamer ethischer Kodex des Verbandes regelt dabei, wie Clowns sich gegenüber Patienten, Angehörigen und Klinikpersonal verhalten sollen.

Da Spenden nur unregelmäßig eingingen, ließen sich solche Auftritte aber kaum langfristig planen, sagte Elisabeth Makepeace, Vorsitzende des Dachverbandes. Das solle sich durch Zuschüsse ändern. (dpa)

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