Vom Hafenarzt zum Tropenmediziner

HAMBURG (dpa). 1892 wütet in Hamburg eine Choleraepidemie, die von Seeleuten eingeschleppt wurde. 9000 Menschen sterben. Auch Malaria taucht plötzlich im Hafen auf - eine Krankheit, die bisher unbekannt war. Ein junger Mediziner macht in dieser Zeit besonders auf sich aufmerksam, der Marinestabsarzt Bernhard Nocht.

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Der Gründer des ältesten Tropenmedizin-Instituts in Deutschland wurde am 4. November vor 150 Jahren geboren. Nocht leitet während der Cholera-Epidemie die Kontrollstation entlang der Elbe im Hamburger Innenstadtbereich. Als Schüler des Medizin-Nobelpreisträgers Robert Koch hat er früh Erfahrungen mit exotischen Krankheiten gesammelt. Nach der Eindämmung der Cholera übernimmt Nocht im April 1893 das neu geschaffene Amt des Hafenarztes, das ihm vom Hamburger Senat angeboten wurde. Denn es kursiert die Angst vor einer Epidemie, die die Wirtschaft lahmlegt und ein Massensterben auslöst.

Nocht kontrolliert fortan Schiffe, untersucht Matrosen und sorgt dafür, dass Menschen mit Infektionen in Quarantäne kommen. Denn die Globalisierung des Seehandels und der Kontakt zu Kolonien in Tropenländern erfordern eine schnelle Reaktion der Medizin. Schnell wird ihm auch klar, dass in Deutschland das Wissen über Malaria verbessert werden muss, um die fiebrige Infektion sowie andere Tropenkrankheiten einschränken zu können.

Am 1. Oktober 1900 gründet er das Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten (ISTK) in Hamburg. Am Institut wird unter Nochts Federführung erfolgreich an einer Verbesserung der Chinin-Therapie zur Behandlung bei Malaria gearbeitet. Aufgrund der Resistenzen gegen neue Mittel erlebte dieses älteste Malaria-Mittel in den vergangenen Jahren eine Renaissance. Aus Anlass seines 85. Geburtstages wird das ISTK schließlich in Bernhard-Nocht-Institut umbenannt. Am 5. Juni 1945 nimmt er sich mit seiner Frau im Alter von 87 Jahren das Leben.

Nocht ergänzte das Wissen über Malaria.

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