Russland

Was wird aus den WM-Stadien?

Russland hat für die WM zwölf hochmoderne Stadien gebaut oder modernisiert. Doch nicht alle haben eine glänzende Zukunft.

Veröffentlicht: 17.07.2018, 18:11 Uhr

Luschniki-Stadion (Moskau): Das mit 81.000 Sitzplätzen größte WM-Stadion soll die Heimat der russischen Nationalmannschaft werden — mit fünf bis sechs Heimspielen im Jahr. Es gilt als sicher, dass das Luschniki auch für Konzerte genutzt wird. Gebaut in den 1950er Jahren, war das Luschniki auch ohne festen Fußballclub immer ein Schaufenster für das sportliche Russland. 1980 fanden hier die Olympischen Spiele statt.

Spartak-Stadion (Moskau): Die Arena mit dem Spartakus-Denkmal vor dem Eingang dürfte auch künftig regelmäßig ausverkauft sein. Das Stadion mit rund 45.000 Plätzen ist die Heimat des Moskauer Traditionsclubs und Rekordmeisters Spartak.

Kasan-Arena: Das Stadion am Ufer der Wolga hat Platz für 45.000 Menschen und wurde als Multifunktionsarena angelegt. Dort spielt zwar der Erstligist Rubin Kasan, aber mit einer Auslastung von knapp 10.000 Zuschauern bleibt noch Luft nach oben.

Fischt-Stadion: Nach den Olympischen Winterspielen 2014, dem Confed Cup 2017 und der WM stehen vorerst keine sportlichen Großereignisse mehr in Sotschi an. Einen Erstligisten hat der Badeort am Schwarzen Meer nicht. Vor wenigen Monaten wurde der Profiverein Dynamo St. Petersburg aus der zweiten Liga in den FK Sotschi umgewandelt — doch die Fanbase dürfte noch sehr dünn sein.

St. Petersburg-Stadion: Mit fast einer Milliarde Euro ist die neu gebaute Arena in St. Petersburg das teuerste WM-Stadion. Die Ränge zu füllen, dürfte in der Metropole an der Newa ein Leichtes sein, denn in dem Stadion mit 67.000 Plätzen spielt Zenit St. Petersburg, einer der erfolgreichsten russischen Vereine.

Jekaterinburg-Arena: Das Stadion wird nach der WM umgebaut, die Zahl der Plätze wird von 35.000 auf 25.000 sinken — für Spiele des Heimatvereins FK Ural.

- Kaliningrad-Stadion: Die Ostseemetropole Kaliningrad (früher Königsberg) gehört zu den Städten, die keinen Erstligisten haben. Um das neu gebaute WM-Stadion auszulasten, bedarf es daher zusätzlicher Veranstaltungen. Rund um die Arena will die Stadt zudem Sportschulen und Büros von Sportorganisationen ansiedeln.

Nischni Nowgorod-Stadion: Die Behörden rechnen der Zeitung "Kommersant" zufolge nicht damit, dass das WM-Stadion mit 45.000 Plätzenkünftig rentabel sein wird. Möglich ist, dass die Behörden ausländische Investoren für den Betrieb suchen. Der städtische Verein kickt in der zweiten Liga.

Rostow am Don-Arena: Regelmäßig 45.000 Tickets zu verkaufen, dürfte auch für den Erstligisten FK Rostow schwierig werden. Doch es könnten wieder glorreiche Zeiten kommen. Erst 2016 hatte der südrussische Verein den FC Bayern München in der Champions League geschlagen.

Samara-Arena: Das WM-Stadion mit 45.000 Plätzen soll für andere Sportarten und Veranstaltungen herhalten. Die Stadtverwaltung hofft, dass die Regierung einen Teil der Betriebskosten mitträgt.

Mordwinien-Arena: Manche hoffen, dass der örtliche Zweitligist Mordowija den Aufstieg schafft. Pläne, das Stadion teils als Einkaufszentrum umzufunktionieren, hat Präsident Wladimir Putin aber abgelehnt.

Wolgograd-Arena: Auch im früheren Stalingrad steht künftig Zweitligafußball an. Der Verein Rotor hat eine durchschnittliche Zuschauerzahl von weniger als 4000 Fans. Das WM-Stadion fasst 45.000 Menschen. (dpa)

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