Direkt zum Inhaltsbereich

„ÄrzteTag“-Podcast

„Anima“ – ein Tool zum Screening psychischer Störungen: Wie funktioniert es, Herr Havrysh?

„Anima“ verbindet Technologie, Wissenschaft und Psychologie, um psychische Störungen nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern auch bei der Alltagsbewältigung zu helfen – mit Hilfe von Eye-Tracking. Es wird jetzt vom ukrainischen Militär eingesetzt.

Von Oleksandra Kalnytska Veröffentlicht:

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Podigee Um mit Inhalten aus Podigee und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Der Krieg in der Ukraine hinterlässt tiefe Spuren in der psychischen Gesundheit der Menschen: Angststörungen, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) sind in der ukrainischen Bevölkerung inzwischen weit verbreitet, wie Forscher der Nationalen Universität der Vorkarpaten in Iwano-Frankiwsk, Ukraine, berichten (Lancet Reg Health Eur 2024; online 6. November).

In Erwartung der Folgen entwickelten der Kommunikationsexperte Roman Havrysh und der Neurophysiologe Dr. Sergiy Danylov das Tool „Anima“. Es kann laut Havrysh psychische Veränderungen mit einer Genauigkeit von „80 bis 95 Prozent“ erkennen und sogar vorhersagen. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber herkömmlichen Tests, die „30 bis 80 Prozent falsch positive Ergebnisse“ lieferten, so Havrysh.

Die Besonderheit von „Anima“ liegt in der Verwendung eines besonderen Biomarkers – der „Aufmerksamkeitsverzerrung“. Dieser misst, worauf sich eine Person in alltäglichen Interaktionen im Vergleich zum Gesamtbild konzentriert. „Eine Person, die zum Beispiel an einer Depression leidet, achtet mehr auf traurige oder negative Ausdrücke und sieht die Welt durch diese Brille“, erklärt Havrysh. Eine Person mit einer Angststörung hingegen suche ständig nach möglichen Bedrohungen in ihrer Umgebung“, fügt er hinzu.

Dieser Biomarker wird mithilfe eines Blickverfolgungstests ermittelt, der die Aufmerksamkeit einer Person bei der Betrachtung von verschiedenen Bildern, Fotos oder sogar Texten misst, so Havrysh.

Derzeit kann das Tool Depressionen, Angststörungen und Stress bewerten, bald werden auch Tests für Essstörungen und Gehirnerschütterungen verfügbar sein. Im Podcast erläutert Havrysh auch, wofür der Test aktuell vom ukrainischen Militär eingesetzt wird und warum die Ergebnisse valider sind als Fragebogen-Tests.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tests für die Diagnostik

Akuter Kreuzschmerz: Tipps für ein pragmatisches Vorgehen in der Praxis

Lesetipps
Ins Fitnessstudie statt zum Geburtstag der Oma: Wer eine starke Verpflichtung spürt, Sport zu treiben, könnte eine Muskeldysmorphie haben.

© ME Image / Stock.adobe.com

Krafttraining bis zur Erschöpfung

„Adonis-Komplex“: Was Ärzte beim Verdacht auf Muskeldysmorphie tun können

Ein Hund streckt seine Zunge raus

© gismo2015 / Stock.adobe.com

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt