„ÄrzteTag“-Podcast

DGS-Vizepräsidentin: Schmerzmedizin braucht dringend politische Hilfe

1300 ambulante Spezialisten für 3,9 Millionen Schmerzpatienten? Das kann nicht funktionieren. Neben einer Anpassung der Bedarfsplanung fordert DGS-Vizepräsidentin Dr. Silvia Maurer im „ÄrzteTag“-Podcast einen Zuschuss für die Zusatzweiterbildung.

Von Rebekka HöhlRebekka Höhl Veröffentlicht:
Dr. Silvia Maurer ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS).

Dr. Silvia Maurer ist Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS).

© Porträt: Sebastian Bahr / selin | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

Die Schmerzmedizin ist noch immer geprägt von Unterversorgung. „Wir haben schon sehr viel erreicht“, sagt Dr. Silvia Maurer, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS): Etwa dass der GBA festgestellt hat, dass die Anästhesie zur spezialisierten fachärztlichen Versorgung gehört und die Sitze vorrangig mit dem Schwerpunkt Schmerzmedizin nachbesetzt werden sollen. Einzelne KVen gehen bei der Nachbesetzung noch weiter und lassen auch andere Fachgruppen mit der Zusatzbezeichnung zu. „So kann etwa der Orthopäde mit Zusatzbezeichnung Schmerzmedizin einen anästhesiologischen Sitz bekommen“, so Maurer. Rechtssicher sei das aber nicht.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Podigee Um mit Inhalten aus Podigee und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Hier müsse die Politik endlich den entsprechenden gesetzlichen Rahmen beschließen, fordert Maurer. Die DGS hatte noch vor der Bundestagswahl schmerzmedizinische Wahlprüfsteine an die großen Bundestagsparteien geschickt. Die Resonanz war laut Maurer gut. Nun erwartet die DGS aber, dass Taten folgen.

Ein weiterer wichtiger Schritt wäre die Förderung der schmerzmedizinischen Weiterbildung. „Die Schmerzmedizin ist eine Zusatzbezeichnung, das heißt Sie haben sieben Jahre Studium, sechs Jahre Facharztweiterbildung und erst dann können Sie beginnen mit der Weiterbildung zur Schmerzmedizin“, so Maurer. „Das dauert dann auch noch mal Minimum ein Jahr.“ Für die Praxen, die weiterbilden wollen bedeutet das im Umkehrschluss einen enormen Kostenblock, denn ein fertiger Facharzt wolle anders vergütet werden als ein Kollege, der seinen Facharzttitel erst erwirbt. „Wir brauchen Anreize für die Weiterbildung, auch die Zusatzbezeichnung sollte bezuschusst werden“, sagt Maurer. (Dauer 20:21 Minuten)

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis