Nordrhein-Westfalen

50.000 Euro zusätzlich für jeden neuen Beatmungsplatz

NRW schießt Geld für Beatmungsplätze zu. Die Schaffung von zusätzlichen Kapazitäten habe Priorität.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Die nordrhein-westfälische Landesregierung legt bei der Bereitstellung von Beatmungsplätzen zusätzliches Geld obendrauf.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung legt bei der Bereitstellung von Beatmungsplätzen zusätzliches Geld obendrauf.

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Düsseldorf. Die Schaffung von zusätzlichen Beatmungskapazitäten hat in der Corona-Pandemie für die nordrhein-westfälische Landesregierung hohe Priorität. Das Land werde den Kliniken über die 50.000 Euro hinaus, die bundesweit für die Schaffung jeder neuen Intensiveinheit gezahlt werden, weitere 50.000 für jeden neuen Beatmungsplatz zur Verfügung stellen, kündigte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann an. „Die Zahl der Beatmungsplätze wird die Frage sein, auf die es sehr erheblich ankommt.“

Man sehe in anderen von der Pandemie betroffenen Ländern, wie wichtig die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten in diesem Bereich sei, sagte Laumann. Nicht jeder Beatmungsplatz müsse an einem Intensivbett entstehen. „Wichtig ist, dass das Zimmer über eine Sauerstoffversorgung verfügt.“

Virtuell Know-how zur Verfügung stellen

Das virtuelle Krankenhaus, das zurzeit in NRW aufgebaut wird, soll im April mit dem Thema Beatmung beginnen. Beim virtuellen Krankenhaus geht es darum, das Know-how aus medizinischen Spitzenzentren Ärzten in Kliniken und Praxen landesweit zugänglich zu machen. Für das Thema Beatmung stehen die Universitätskliniken in Aachen und Münster bereit.

„Wir wollen sicherstellen, dass die Ärzte in kleineren Kliniken bei schwerwiegenden Beatmungsfällen direkt auf die Expertise den beiden Unikliniken zugreifen können“, erläuterte Laumann. Ziel sei es, bei Beatmungspatienten eine starke Qualitätssteigerung außerhalb von Universitätskliniken zu erreichen. Gleichzeitig könne das den Druck von den Beatmungsstationen der Maximalversorgung nehmen, hofft er.

Kliniken melden Kapazitäten in App

Nach Angaben von Laumann gab es am Montag um 10 Uhr in NRW insgesamt 8011 Infizierte mit SARS-CoV-2, 40 Menschen sind bisher an der Infektion gestorben. Seit Donnerstag ist eine App frei geschaltet, über die NRW-Kliniken ihre Intensiv- und Beatmungskapazitäten melden müssen. Es nehmen bereits zwei Drittel der Kliniken teil, berichtete der Minister.

Diese Häuser haben zusammen 6148 Intensivbetten und 4223 Beatmungsplätze. Die Kliniken haben 443 Corona-Patienten in stationärer Behandlung, davon 146 auf der Intensivstation, von ihnen werden 121 beatmet.

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Laumann begrüßte die auf der Bundesebene zur finanziellen Entlastung der Krankenhäuser verabschiedeten Maßnahmen. Dennoch hätten manche Kliniken die Sorge, dass sie im April die Gehälter ihrer Mitarbeiter nicht bezahlen könnten, sagte er. Um die Liquidität der Häuser sicherzustellen, will das Land den Rest der 500 Millionen Euro an Investitionsmitteln, die normalerweise vierteljährlich ausgeschüttet werden, auf einen Schlag überweisen.

Auf der Jagd nach Schutzausrüstung

NRW lasse nicht nach in dem Bemühen, zusätzliche Schutzmaterialien für die Kliniken und die Arztpraxen zu besorgen. „Wir kaufen alles, was wir kriegen können, und stellen es auch zur Verfügung.“ Man stoße aber auf die gleichen Probleme wie der Rest der Republik und die anderen europäischen Länder.

Laumann zeigte Verständnis für Stephan Pusch, den Landrat des von Covid-19 besonders betroffenen Kreises Heinsberg, der in einem Brief die chinesische Regierung um Unterstützung bei der Beschaffung von Schutzbekleidung gebeten hatte. „Wenn er dadurch Schutzbekleidung bekommt, ist das eine gute Sache.“

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