Berufspolitik

AOK will Hausärzte dauerhaft als Partner

STUTTGART (fst). Die AOK Baden-Württemberg sieht sich beim Hausarztvertrag fast ein Jahr nach dem Start schon am Ziel.

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"Wir wollen Dezentralität und Freiberuflichkeit hochhalten", sagte Landes-AOK-Chef Dr. Rolf Hoberg der "Ärzte Zeitung". Mit den 3000 Hausärzten, die bisher an dem Vertrag teilnehmen, "können wir den langfristigen Sicherstellungsauftrag erfüllen", so Hoberg. Grund sei, dass überdurchschnittlich viele scheinstarke Praxen am Vertrag teilnehmen.

Die AOK wolle im Südwesten "eine Alternative zu einer zentralisierten Versorgung" aufbauen. Angesichts der Altersstruktur von Hausärzten werde es immer dringender, "Nachfolger für Hausarztpraxen in ausreichender Zahl" zu finden. Das sei eines der langfristigen Kernziele des Hausarztvertrags: "Wir wollen hausärztliche Versorgung in der Fläche möglich machen", gab Hoberg als Ziel aus.

Bei Verhandlungen mit anderen Kassen gilt für Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner, "dass wir unterhalb der Konditionen, die wir mit der AOK erreicht haben, keinen Vertrag schließen werden". Ersatzkassen hätten bisher nur "Hinhaltetaktik" betrieben, beklagte auch Hausärztechef Weigeldt.

Medi und Hausärzteverband wollen nach seinen Angaben "nicht mit 50 Kassen verhandeln". Es müsse bei den Kassen "eine Marktbereinigung geben". Hausärzteverbands-Chef Dr. Berthold Dietsche glaubt, andere Kassen wüssten nicht, was hausarztzentrierte Versorgung ist. Bei Gesprächen habe man Kassenvertretern den AOK-Vertrag vorgestellt: "Die sind aus allen Wolken gefallen", so Dietsche.

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