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Arzneimittel-Engpässe

Ärzte fordern Register und Sanktionen

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BERLIN. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat zur Sicherstellung der Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln wie Antibiotika und Krebstherapeutika ein verpflichtendes Register über Lieferengpässe und Sanktionen bei Nichtmeldung gefordert.

Es reiche nicht aus, dass Arzneimittelhersteller Lieferengpässe lediglich auf freiwilliger Basis melden, denn das spiegele nur einen Bruchteil der tatsächlichen Lieferengpässe wider, sagte Dr. Susanne Johna, Vorstandsmitglied der BÄK, am Freitag. Auch bereits drohende Versorgungsengpässe müssten gemeldet werden.

Für solche lebensnotwendigen Arzneimittel müssten faire Preise gezahlt werden. Rabattverträge dürften das Preisniveau nicht so weit drücken, dass die Produktion in Europa nicht mehr möglich sei und sich auf Indien oder China konzentriere.

Jüngst hatte der Branchenverband Pro Generika wie in der "Ärzte Zeitung" berichtet Studien zu Ursachen der Lieferengpässe vorgelegt. Danach sind bei bereits 23 generischen Wirkstoffen Angebotsmonopole entstanden. In Europa und auch den USA sind danach keine Produktionskapazitäten mehr vorhanden, um den Versorgungsbedarf zu sichern.

Die Konzentration auf weltweit wenige Hersteller hat die Versorgung störanfällig gemacht: bei Produktionsausfällen, Qualitätsproblemen, aber auch unerwartet steigender Nachfrage.

Prekär ist auch die Versorgung bei Antibiotika. Seit langem mangelt es an Neuentwicklungen, so die Unternehmensberatung Boston Consulting in einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium. Die Berater empfehlen dringend koordinierte internationale Zusammenarbeit, Forschungsinvestitionen und Anreize für die forschende Industrie. (HL)

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