Direkt zum Inhaltsbereich

Ärzte in Rheinland-Pfalz müssen jede Borreliose melden

Als erstes westdeutsches Bundesland führt Rheinland-Pfalz die Meldepflicht für die von Zecken übertragene Borreliose ein.

Veröffentlicht:
Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit in Deutschland.

Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit in Deutschland.

© panthermedia

MAINZ (dpa/eis). Ärzte in Rheinland-Pfalz müssen künftig den Gesundheitsämtern mitteilen, wenn sie einen Patienten mit Borreliose behandeln, teilte die Gesundheitsministerin des Landes, Malu Dreyer (SPD), in Mainz mit. Die Daten gehen dann an das Landesuntersuchungsamt und von dort weiter ans Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin.

Rheinland-Pfalz wolle so die "bislang unzureichende Datenlage zur Borreliose verbessern", so Dreyer. Dann könne man gezielt Schutz- und Präventionsmaßnahmen für die Bevölkerung ergreifen. Die Meldepflicht gilt ab sofort. Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit in Deutschland.

Typisch für Borreliose ist das Erythema migrans an der Stichstelle, das allerdings nicht immer auftritt und oft nach Zeckenstichen auch nicht beachtet wird. Werden Infizierte in diesem Stadium nicht mit Antibiotika behandelt, sind Spätfolgen wie Arthritis, Herzmuskelentzündungen oder Neuroborreliose möglich. Gegen die Krankheit gibt es keine Impfung. Aufklärung über regelmäßiges Absuchen des Körpers nach Zecken im Anschluss an Aktivitäten in der Natur sowie Schutz durch entsprechende Kleidung seien die wichtigsten Prophylaxe-Maßnahmen.

Experten gehen von einer zunehmenden Bedeutung der Krankheit aus, über deren Ausbreitung aber nach wie vor wenig bekannt ist. Eine Meldepflicht gibt es bislang nur in den neuen Bundesländern. Dort werden jährlich mehrere Tausend Erkrankungen registriert.

Borreliose ist nach Angaben des RKI die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Etwa fünf bis 35 Prozent der Zecken in Deutschland sind mit Borrelien befallen. Nach einem Zeckenstich sind bei 1,5 bis 6 Prozent der Betroffenen mit einer Infektion (einschließlich subklinischer Verläufe) und bei 0,3 bis 1,4 Prozent mit einer manifesten Erkrankung zu rechnen.

Ärztemerkblatt und weitere Infos unter www.rki.de "Infektionskrankheiten A-Z".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Von DiGA bis Chatbot

Wie Dr. KI die rheumatologische Versorgung verbessert

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte