Notfallzulassung

USA erlauben intradermale Affenpocken-Impfung

Aus eins wird fünf: Durch die intradermale Gabe der Affenpocken-Vakzine Imvanex® will die FDA die Menge des verfügbaren Impfstoffs in den USA massiv erhöhen. Doch die Notfallzulassung gilt nicht für alle Patienten.

Veröffentlicht:
Vorbereitung zur Verabreichung des Affenpocken-Impfstoffs: Imvanvex® ist in den USA unter dem Namen Jynneos® bekannt.

Vorbereitung zur Verabreichung des Affenpocken-Impfstoffs: Imvanex® ist in den USA unter dem Namen Jynneos® bekannt.

© Sven Hoppe / dpa / picture alliance

Silver Spring, USA. Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat eine Notfallzulassung (emergency use authorization) für die intradermale Gabe des Affenpocken-Impfstoffs Imvanex® (in den USA als Jynneos® bezeichnet) erteilt. Das teilte die FDA am Dienstag (Ortszeit) mit.

Die intradermale Gabe ist für alle Erwachsenen erlaubt, die ein hohes Risiko für eine Infektion haben. Bei jüngeren Patienten mit einem hohen Risiko soll die Vakzine des Herstellers Bavarian Nordic subkutan appliziert werden. Gleich bleibt in beiden Fällen, dass eine zweite Applizierung nach vier Wochen erfolgen muss.

Lesen sie auch

Die Behörde, die unter anderem für die Sicherheit von Lebensmitteln und Medikamenten zuständig ist, erhofft sich durch die intradermale Gabe eine massive Erhöhung der möglichen Impfungen: Eine Dosis für die subkutane Injektion reicht laut FDA für bis zu fünf intradermalen Applikationen.

Die starke Zunahme von Infektionszahlen habe gezeigt, dass man mit den verfügbaren Mengen des Impfstoffs bald an die Grenzen stoßen werde, argumentiert Robert Califf von der FDA. Um die knapp werdenden Impfstoffmengen zu erhöhen, habe die FDA „andere wissenschaftlich gangbare Optionen untersucht, um den Zugang zur Impfung zu vereinfachen“. „Mehr Menschen, die zu einer Affenpocken-Immunisierung bereit sind, werden jetzt die Möglichkeit dazu haben“, so Califf weiter.

Zur wissenschaftlichen Begründung führt die FDA an, dass Studiendaten aus dem Jahr 2015 gezeigt hätten, dass die intradermale Impfung mit einem Fünftel des Impfstoffs eine ähnliche Immunreaktion ausgelöst hat, wie die subkutane Gabe mit der vollen Dosis. Zwar habe Erstere unter anderem zu mehr Rötungen und Schwellungen geführt, dafür haben die Patienten weniger Schmerzen empfunden – insgesamt seien die Impfreaktionen aber überschaubar. (ajo)

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?