Ruf nach Regelungen

AkdÄ fordert bessere Handhabe gegen Lieferengpässe

Lieferengpässe eines Anthracyclins treiben Onkologen Sorgenfalten auf die Stirn. Jetzt wird der Ruf nach neuen gesetzlichene Regelungen lauter.

Veröffentlicht:

BERLIN (cw). Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) nimmt voraussichtliche Lieferprobleme für das Krebsmittel Daunoblastin® (Daunorubicin) zum Anlass, bessere gesetzliche Regelungen gegen Versorgungsengpässe zu fordern.

Hersteller Pfizer hat für Anfang dieses Monats Lieferengpässe des Leukämie-Therapeutikums Daunoblastin® angekündigt. Angesichts der guten Wirksamkeit des bewährten Arzneimittels befürchtet die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) eine Gefährdung der "Heilungschancen unserer Leukämie-Patienten".

DGHO-Sekretär Mathias Freund rief die Krankenhausapotheken auf, "keine unnötigen Vorratsbestellungen von Daunorubicin vorzunehmen und sich bei Engpässen gegenseitig zu helfen".

AkdÄ: Rahmenbedingungen fehlen

Lieferprobleme bei der Versorgung mit wichtigen Krebsmitteln habe es in der Vergangenheit schon mehrfach gegeben.

Als Beispiele nennen die AkdÄ und die DGHO in einer gemeinsamen Mitteilung Caelyx® (pegyliertes liposomales Doxorubicin) gegen Brust- oder Eierstockskrebs, Depocyte® (liposomales Cytarabin) gegen Lymphknotenkrebs und Abraxane® (Albumin-gebundenes Paclitaxel) gegen Brustkrebs.

Anders als etwa in den USA oder der Schweiz, wo die Behörden Möglichkeiten hätten, auf Lieferengpässe zu reagieren, fehlten in Deutschland "entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen", kritisiert AkdÄ-Vorsitzender Wolf-Dieter Ludwig.

Er forderte den Bundesrat auf, anlässlich der bevorstehenden Verabschiedung der so genannten 16. AMG-Novelle dafür zu sorgen, dass ein zwischenzeitlich aus dem Gesetzentwurf gestrichener Passus wieder aufgenommen wird.

Darin waren für den Fall "der unmittelbar drohenden Gefahr eines erheblichen Versorgungsmangels" diverse behördliche Anordungsrechte vorgesehen.

Mehr zum Thema

Preisverleihung am Abend

Galenus-Preis 2021: Heute werden die Gewinner gekürt

Neue Formulierung

Comirnaty®-Handhabung wird für Praxen bald leichter

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Begleitet von hohen Erwartungen und Protesten – wie hier am 15. Oktober von Klimaaktivisten in Berlin – starten am Donnerstag die offiziellen Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP.

© Kay Nietfeld/dpa

Koalitionsverhandlungen

Gesundheit und Pflege: Wer für SPD und Grüne verhandelt