Zuwanderungspolitik

Arbeiten in der Schweiz – nicht mehr attraktiv?

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BERN. In der Schweiz wachsen Befürchtungen, dass das Land für deutsche Ärzte an Attraktivität verliert. Derzeit arbeiten rund 6000 deutsche Ärzte im Nachbarland. Ein Grund dürfte auch das sich verändernde gesellschaftliche Klima in Folge des Referendums "Gegen Masseneinwanderung" sein.

Im Februar 2014 hatten sich die Schweizer für einen Kurswechsel in der Zuwanderungspolitik ausgesprochen. Vorgesehen ist dabei ein "Inländervorrang" für Schweizer bei der Vergabe von Jobs. Die Schweizer Ärzteorganisation FMH warnte bereits im Mai 2015 vor den Folgen des Referendums und forderte, "versorgungskritische Berufe" wie Ärzte müssten "einen gesetzlichen Sonderstatus" erhalten.

Tatsächlich sind Ärzte aus Deutschland nicht immer willkommen, schreibt etwa das "Thuner Tagblatt". Wenn in einem Krankenhaus ein Arzt aus Deutschland einen "Kaderposten" –  eine leitende Stelle – bekommt, gehe "ein Raunen durch die Ärzteschaft". Es komme bei einheimischen Ärzten "Platzangst" auf, weil man den Deutschen nachsage, sie holten über "Seilschaften" weitere Kollegen in die Schweiz, heißt es.

Ärzte aus Deutschland stimmen offensichtlich mit den Füßen ab: Das auf die Rekrutierung von Ärzten spezialisierte Unternehmen B-plus aus Bern berichtet über wachsende Probleme, Ärzte aus Deutschland anzuwerben. Das gilt auch für den gesamten Arbeitsmarkt: Im ersten Halbjahr 2016 ist die Nettozuwanderung in die Schweiz um 17 Prozent gesunken, teilt das "Staatssekretariat für Migration" mit.

Dabei bildet die Schweiz zu wenige Ärzte selber aus und ist auf Zuwanderung angewiesen. Das Nachrichten-Portal "20 Minuten" fragte im August: "Kommen jetzt die Ärzte aus Osteuropa?". Rumänien lag bei der Anerkennung von Arztdiplomen in der Schweiz 2015 bereits auf Platz fünf.Schon 2015 ist die Zahl der aus Deutschland in die Schweiz abwandernden Ärzte im Vergleich zu 2014 deutlich gesunken, nämlich von 754 auf zuletzt 629. Das geht aus der Bundesärztestatistik für 2015 hervor. (fst)

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