Arzneimittelpolitik

Arzneikosten sind ein Spiegel der Region

BERLIN (fst). Die Verordnungskosten für Arzneimittel - umgerechnet auf je 1000 gesetzliche Versicherte - variieren in den einzelnen KV-Regionen stark.

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Das zeigen Daten der GKV-Arzneimittel-Schnellinformation (GAmSi), die nun für Januar bis September 2008 vorliegen. Die Zahlen beruhen auf Informationen der Rezeptabrechnung, die monatlich von den Apothekenrechenzentren vorgenommen werden. Dabei spiegeln die Daten für die KV-Bezirke sowohl regionale als auch demografische Besonderheiten.

So verzeichnen die KV-Regionen in den neuen Ländern bei den Nettoverordnungskosten die höchsten Werte. Ein Erklärungsgrund ist die höhere Morbidität im Osten - der Altersdurchschnitt der GKV-Versicherten ist dort höher als im Westen.

Die hohen Verordnungskosten in den Stadtstaaten dürften auch auf die hohe Dichte an Kliniken und Spezialisten zurückzuführen sein. Ein Beispiel wäre die Versorgung von HIV-Patienten. Tatsächlich ist in Berlin und Hamburg der Wert je Verordnung am höchsten, am niedrigsten in Westfalen-Lippe.

Mehr alte Patienten im Osten treiben Arzneiausgaben
Arzneimittelverordnungen/-umsätze je 1000 Versicherte (Jan.-Sep. 2008)
KV Nettoumsatz in Euro Verordnungen
KV Baden-Württemberg 271.435 7.019
KV Bayerns 247.776 6.664
KV Berlin 327.738 6.664
KV Brandenburg 265.842 6.657
KV Bremen 282.538 7.673
KV Hamburg 316.269 6.881
KV Hessen 259.532 6.551
KV Mecklenburg-Vorpommern 325.148 7.623
KV Niedersachsen 271.296 7.455
KV Nordrhein 265.503 6.920
KV Rheinland-Pfalz 274.433 7.508
KV Saarland 321.646 8.773
KV Sachsen 332.573 7.799
KV Sachsen-Anhalt 337.487 8.204
KV Schleswig-Holstein 241.443 6.545
KV Thüringen 332.366 7.930
KV Westfalen-Lippe 252.043 7.250
Quelle: GAmSiTabelle:
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