Arzneimittelpolitik

Ausgabenbremse für Arzneien auch in der PKV?

In der Koalition werden die Stimmen lauter, die nach einer Ausdehnung des Arznei-Sparpakets auf die private Krankenversicherung rufen.

Veröffentlicht:

BERLIN (hom). Aus der Union kommen Forderungen, auch in der privaten Krankenversicherung (PKV) zu Einsparungen im Bereich der Arzneimittelausgaben zu kommen. "Mir ist wichtig, dass wir uns nicht nur um die Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern auch um die der PKV kümmern", sagte der Arzneimittel-Experte der Unionsfraktion Michael Hennrich der "Ärzte Zeitung". Um das PKV-System "überlebensfähig" zu halten, müssten hier - wie in der GKV auch - "mehr Spielräume" für Kostendämpfung geschaffen werden.

Der CDU-Experte Jens Spahn sagte: "Es ist auch eine soziale Frage, dass wir die Entwicklung der Ausgaben bei der PKV in den Blick nehmen." Viele Pensionäre und Beamte mit niedrigeren Einkommen seien mit den "astronomischen Beitragssatzerhöhungen" der vergangenen Jahre überfordert, so Spahn.

Tatsächlich sieht sich die PKV mit steigenden Ausgaben für ärztliche Leistungen und Medikamente konfrontiert. Das bestätigt auch ein IGES/Rürup-Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (wir berichteten).

Das von Union und FDP geplante Arzneimittel-Sparpaket im GKV-Bereich könnte das Problem der überdurchschnittlichen Ausgabensteigerung in der PKV noch verschärfen, sagte Hennrich. Die Pharmaindustrie könne versuchen, Gewinneinbußen durch Preissteigerungen in der PKV zu kompensieren. Da es sich bei GKV und PKV um unterschiedliche Systeme handele, sei klar, dass die im Arzneimittel-Paket vorgesehenen Instrumente nicht "eins zu eins" auf den Bereich der PKV übertragen werden könnten. Bange vor Protesten der Industrie sei ihm nicht, betonte Hennrich. "Ich habe in erster Linie die Versicherten der PKV im Blick."

Die PKV hatte zuletzt ebenfalls gefordert, auch die etwa neun Millionen privat Versicherten müssten in den Genuss der von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) angekündigten höheren ArzneiRabatte kommen (wir berichteten).

Mehr zum Thema

Corona-Vakzine

Flexiblerer Einsatz des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs in USA

change4RARE

Orphan Diseases: Licht und viel Schatten

Kooperation | In Kooperation mit: Alexion Pharma Germany
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Ein Mann erhält in einer Arztpraxis im brandenburgischen Senftenberg am Mittwoch eine Corona-Impfung mit dem Impstoff von AstraZeneca. Erste Arztpraxen in Brandenburg haben mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen.

Impfverordnung

So ist das Corona-Impfen in den Arztpraxen geplant

Hilfe zur Selbsthilfe: Der richtige Umgang mit dem Adrenalin-Autoinjektor muss immer wieder trainiert werden.

S2k-Leitlinie aktualisiert

Anaphylaxie: Was in das Notfallset gehört

Die SPD-Gesundheitspolitikerin Bärbel Bas kündigt ein Corona-Begleitgremium an. Es soll an den Gesundheitsausschuss angedockt werden, aber Abgeordnete mehrerer weiterer Ausschüsse umfassen.

Infektionsschutzgesetz

Koalition erweitert Spielraum bei Corona-Schutzmaßnahmen