Statistik für das Jahr 2020

BÄK: Bund und Länder sollen Nachwuchs stärker fördern

Die Bundesärztekammer sorgt sich um den Nachwuchs: Im Vergleich zum Vorjahr haben sich weniger junge Ärztinnen und Ärzte bei den Kammern angemeldet.

Von Anke ThomasAnke Thomas Veröffentlicht:

Berlin. In Deutschland sind insgesamt 409.100 Ärztinnen und Ärzte aktiv berufstätig (Stand 31.12.2020). Davon arbeiten laut Statistik der Bundesärztekammer (BÄK) 161.400 in der Niederlassung, 46.500 davon – also bereits mehr als jeder Vierte – ist als angestellter Arzt tätig. Knapp 212 000 Mediziner arbeiten im stationären Bereich. Zwar stieg die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte im Vergleich zum Vorjahr leicht: Im ambulanten Bereich plus ein Prozent, in den Kliniken arbeiteten Ende vergangenen Jahres 2,3 Prozent mehr als 2019. Und auch bei den Facharztanerkennungen registrierte die BÄK ein Plus von 0,6 Prozent. Dennoch ist die Kammer in Sorge, denn der Zuwachs fiel deutlich geringer als in den Vorjahren aus. Bei den Facharztanerkennungen etwa lag der Zuwachs 2019 noch bei plus 3,3 Prozent.

Auch hätten sich erstmals deutlich weniger junge, inländische Mediziner bei den Landesärztekammern angemeldet, teilte die BÄK am Donnerstag mit. Der Rückgang betrug hier ausweislich der Statistik 1,1 Prozent.

Lichtblicke in Gesundheitsämtern

„Wir betrachten diese Entwicklung mit Sorge. Denn wir brauchen dringend eine ausreichende Anzahl von Ärztinnen und Ärzten, um die Folgen des anhaltenden Trends zur Teilzeitarbeit, des steigenden Durchschnittsalters der Ärzteschaft und des demografischen Wandels zu bewältigen. Sinkt die Zahl der zur Verfügung stehenden Arztstunden, wird das nicht gelingen“, warnte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt.

14% mehr Ärzte arbeiteten im vergangenen Jahr im Öffentlichen Gesundheitsdienst, im Vergleich zu 2019.

Ärztliche Nachwuchsförderung sowie bessere Ausbildungsbedingungen gehörten dringend auf die politischen Agenden von Bund und Ländern, forderte Reinhardt angesichts des negativen Trends beim Nachwuchs.

Die vehementen Forderungen um eine bessere Ausstattung der Gesundheitsämter im vergangenen Jahr sind hingegen auf fruchtbaren Boden gefallen: Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte, die im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig sind, um plus 14 Prozent auf knapp 3000, so die BÄK weiter.

Ein weiterer positiver Aspekt: Laut Statistik haben 2020 deutlich weniger Ärzte ihr Heil im Ausland gesucht. Mit knapp 1700 seien rund zehn Prozent weniger Mediziner als 2019 ausgewandert. Die beliebtesten Zielländer seien wie in den Vorjahren die Schweiz und Österreich gewesen, heißt es.

Für etwas Entlastung bei der Versorgung trugen zugewanderte Ärzte bei, so die Bundesärztekammer weiter. Die Zahl der in Deutschland gemeldeten Ärzte aus dem Ausland ist 2020 demnach um 6,8 Prozent auf 56.000 gestiegen.

Dabei wanderten die meisten Mediziner aus Nicht-EU-Ländern zu – das Plus lag hier bei 11,1 Prozent. Bei den Ärzten aus anderen EU-Ländern, die sich für die Arbeit in Deutschland entschieden, betrug das Plus 1,5 Prozent (2019 waren es noch 3,3 Prozent).

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