Honorar-Proteste

BVKJ ist irritiert

Wenig Mobilisierung im Honorar-Protest: Offenbar war die Basis weniger bereit zu den geplanten Aktionen als die Verbände. Die Pädiater sind irritiert darüber.

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BAD ORB (ras). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die geringe Mobilisierungsbereitschaft der niedergelassenen Ärzte bei den Protesten kritisiert.

"Vieles ist nicht so gelaufen, wie wir uns das gewünscht hätten", sagte BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann am Sonntagabend vor rund 550 Teilnehmern des Herbst-Kongresses des Verbandes in Bad Orb.

Weder Pädiatern noch Chirurgen oder Internisten sei es gelungen, ihre Mitglieder in nennenswerter Zahl davon zu überzeugen, dass sich Ärzte gegen "Kassenwillkür und jahrelangen Honorarstillstand" auflehnen müssten.

So hätten sich in einer Umfrage des BVKJ unter 1821 Mitgliedern nur 51 Prozent der ambulant tätigen Pädiater für "Streiks der Vertragsärzte mit kompletter Praxisschließung tageweise und Notdienstregelung" ausgesprochen. In anderen Verbänden sei die Streikbereitschaft noch niedriger gewesen.

Dr. Roland Ulmer, Sprecher des Honorarausschusses im BVKJ, nannte es erstaunlich, dass dennoch ein Honorarplus zwischen drei und vier Prozent zu erwarten sei. Welchen Anteil Pädiater und andere hausärztlich tätige Ärzte erhalten werden, sei derzeit noch unklar.

Dr. Thomas Fischbach, Vorsitzender des BVKJ-Landesverbands Nordrhein, erläuterte, dies liege daran, dass erhebliche Teile der Honorarsteigerung - wie etwa die morbiditätsorientierte Vergütung - regional verhandelt werden müssten.

Fest stehe, dass die Ausdeckelung der Psychotherapieleistungen allen Ärzten zugute kommen werde.

BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann betonte unterdessen, dass die Delegiertenversammlung des BVKJ am Sonntag einstimmig beschlossen habe, nicht medizinisch begründete Beschneidungen von Kindern - "aus welchen Gründen auch immer" - abzulehnen.

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