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Qualitätsumbau angemahnt

Barmer-Chef kritisiert „irrationale Liebe“ zur wohnortnahen Klinik

Mehr Zentren, dafür besser – Barmer-Chef Christoph Straub erneuert in der Debatte um Klinikschließung die Forderung nach der Zusammenlegung von Kliniken.

Von Thomas Hommel Veröffentlicht:

Berlin. Krankenkassen drängen auf einen Umbau der Kliniklandschaft in Deutschland. Nötig sei dazu vor allem der „Ersatz von Krankenhäusern der Grundversorgung durch flächendeckend interdisziplinäre, überwiegend ambulante Gesundheitszentren“, schreibt der Vorstandschef der Barmer, Professor Christoph Straub, in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Ausgabe vom 6. Januar 2020).

Bislang seien alle Versuche, Krankenhäuser ausschließlich nach „den Faktoren hoher Versorgungsqualität und medizinischer Sinnhaftigkeit“ zu betreiben, an einer „irrationalen Liebe der Bürger, der Politik und der Medien zu ihrem wohnortnahen Krankenhaus“ gescheitert, moniert der Barmer-Chef.

Knapper werdende Ressourcen

Das sei schon deshalb ein „großes Problem“, da in Deutschland zu viele Kliniken um knappe personelle Ressourcen konkurrierten.

Straub: „Deutschland hat mehr Ärzte und noch mehr Pflegekräfte als die anderen OECD-Länder, aber eben auch überproportional mehr Krankenhausbetten.“ Die Bundesländer müssten schon deshalb möglichst rasch für „Strukturveränderungen“ in der stationären Versorgung sorgen.

Die Krankenhausplanung unter Qualitätsgesichtspunkten sei ordnungspolitisch abzusichern und dürfe nicht der steuernden Anreizwirkung des Fallpauschalen-Systems überlassen werden, betont Straub in seinem Beitrag.

KBV wirbt für Intersektorale Zenren

Die Diskussion über eine Umwandlung kleinerer Kliniken in ambulante Versorgungszentren ist nicht neu. So hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gemeinsam mit der Krankenhaus-Management-Gesellschaft Oberender AG und der Universität Bayreuth ein entsprechendes Konzept mit dem Namen „Intersektorale Gesundheitszentren“ (IGZ) entwickelt.

Angepeilt sind dabei Kliniken mit weniger als 150 Betten. Dort könnten nach einer erfolgreichen Umwandlung Hausärzte und Internisten, aber auch Chirurgen, Patienten ambulant versorgen, mit der Möglichkeit zur kurzstationären Aufnahme. (hom)

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