Kommentar zu Brandenburg

Bedarfsplanung mit Haken

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:

Bedarfsplanung ist ein schwieriges Geschäft. Das zeigt die Unzufriedenheit vieler Regionen mit der letzten Reform des Planungsrahmens durch den Gemeinsamen Bundesausschuss. Darum lässt aufhorchen, was die KV Brandenburg an Vorstellungen für eine neue Versorgungsplanung entwickelt hat. Ärzte sollen ganz konkret beschriebene Versorgungsaufträge für einen festen Zeitraum erhalten.

Mehr Planbarkeit für alle ist das erklärte Ziel. Doch noch sind jede Menge Fragen offen: Allen voran müsste geklärt werden, ob freiberufliche Ärzte sich über eine ganz exakte Beschreibung ihrer Tätigkeit so begeistern, dass sie sich davon überzeugen lassen, in die Uckermark oder Lausitz zu ziehen.

Zu dieser grundsätzlichen Frage gesellen sich weitere, beispielsweise wer die nötige Versorgungsforschung finanziert. Außerdem muss festgelegt werden, wer prüft, ob die tatsächliche Entwicklung vor Ort der Prognose entspricht. Und was passiert, wenn Plan und Wirklichkeit auseinanderdriften.

Auf den ersten Blick gibt es noch zu viele offene Fragen - dennoch spricht viel für einen Praxistest. Der dürfte zumindest klären, ob Ärzte sich damit aufs Land locken lassen. Auch die aktuelle Bedarfsplanung hat viele Haken, nur haben wir uns an die schon gewöhnt.

Lesen Sie dazu auch: Brandenburg: Ein Potpourri gegen Versorgungslücken

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