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Bei der Mehrheit der Deutschen fällt der Gesundheitsfonds durch

Wasser auf die Mühlen der Kritiker und Skeptiker des erst vor drei Monaten eingeführten Gesundheitsfonds: Das Kernstück der Gesundheitsreform von Union und SPD kommt bei einer Mehrheit der Bundesbürger nicht besonders gut an.

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Bei der Mehrheit der Deutschen fällt der Gesundheitsfonds durch

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Von Thomas Hommel

BERLIN. Das jedenfalls geht aus einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Emnid im Auftrag des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa) hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Insgesamt wurden 1003 Bundesbürger telefonisch interviewt.

61 Prozent der Befragten stufen den Gesundheitsfonds, bei dem Beitrags- und Steuergelder zentral eingenommen und anschließend an die einzelnen Kassen verteilt werden, als "eher schlecht" beziehungsweise als "sehr schlecht" ein. Nur jeder zehnte Befragte glaubt, dass der Gesundheitsfonds in seiner jetzigen Form lange Bestand haben wird: 42 Prozent meinen, spätestens nach der Bundestagswahl im September müsse der Fonds nachgebessert werden.

Das mehrheitlich gefällte Negativurteil über den Fonds könnte damit zusammenhängen, dass viele Bundesbürger gar nicht wissen, worüber eigentlich gesprochen wird. So gesteht knapp ein Drittel der Befragten ein, die Funktionsweise des Fonds bislang nicht richtig verstanden zu haben. 65 Prozent fühlen sich über "Zweck und Sinn" des Ganzen nicht gut informiert.

Ursächlich für das schlechte Abschneiden des Fonds dürfte aber auch die Tatsache sein, dass die damit einhergehende Beitragserhöhung auf 15,5 Prozent von knapp drei Viertel der Befragten als "ungerechtfertigt" eingestuft wird. Als "sinnvoll" beurteilen folgerichtig 66 Prozent der Befragten die Entscheidung der Bundesregierung, die Kassenbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets zum 1. Juli 2009 auf 14,9 Prozent abzusenken. Dass der GKV-Beitragssatz in den nächsten Jahren auf diesem Niveau gehalten werden kann, glauben jedoch nur die wenigsten. 87 Prozent der Bundesbürger gehen stattdessen davon aus, dass die Beiträge wieder steigen.

An ein Reformende im Gesundheitswesen glaubt nur eine Minderheit der Befragten. 63 Prozent halten weitere Reformen für unumgänglich. Erstaunlich dabei ist: Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise hält eine Mehrheit (61 Prozent) der Bundesbürger den Wettbewerb weiterhin für ein geeignetes Instrument zur Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen.

"Für eine Mehrheit der Menschen ist Wettbewerb im Gesundheitssystem immer noch ein richtiges Optimierungs- und Ordnungsverfahren", kommentierte vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer das Ergebnis. Die Politik rief sie auf, für eine "reduzierte Rahmengesetzgebung" zu sorgen. Dies gelte insbesondere für den Arzneimittelmarkt. Die noch immer "viel zu langsame Durchdringung" des Marktes mit neuen Medikamenten" sei auch das Resultat des stark regulierten Gesundheitssystems in Deutschland, kritisierte Yzer.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Aufklärung statt Stimmungsmache!

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