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Weiterbildung

Berliner Fördertopf in Finanznot

In Berlin reicht das Geld im Fördertopf für die Weiterbildung vorne und hinten nicht. Hausärzte-Vertreter fordern jetzt eine deutliche Aufstockung.

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BERLIN. Die Förderung der Weiterbildung Allgemeinmedizin soll in Berlin auf neue Füße gestellt werden. Schon seit 2012 reichen die Fördergelder nicht mehr.

Ein klares Votum brachte der Allgemeinmediziner Dr. Hans-Peter Hoffert in die Vertreterversammlung der KV Berlin ein. Er plädierte dafür, die Mittel um 50 Prozent zu erhöhen: "Die Sicherstellung ist gefährdet", sagte er.

Pro Jahr stellt die KV Berlin laut Justiziar Peter Pfeiffer aus ihrem Haushalt 4,137 Millionen Euro für die Förderung zur Verfügung. Die Krankenkassen verdoppeln diesen Betrag. Die Gesamtsumme reicht den Angaben zufolge für 197 Assistenzarztstellen pro Jahr.

Pfeiffer sieht Alternativen zu einer Aufstockung der Mittel. Er verwies auf die Möglichkeit, die Zweckbindung der Fördermittel zu steigern. Modell dafür steht die KV Baden-Württemberg. Sie zahlt Pfeiffer zufolge die Förderung als Darlehen an die Assistenten und fordert sie zurück, wenn der Facharztabschluss später doch nicht im Fach Allgemeinmedizin erfolgt.

Eine weitere, jedoch wenig attraktive Möglichkeit sieht Pfeiffer darin, die Förderung auf die Dauer der ambulanten Pflichtweiterbildung von 18 Monaten in der Allgemeinmedizin und sechs Monaten in der Kinderheilkunde zu begrenzen.

Kliniken wollen Assistenten länger anstellen

Weiterbildungsverbünde zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten sollen zudem Anreize setzen, die stationäre Weiterbildung zu verlängern. Entsprechende Veranstaltungen der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA) hätten gezeigt, dass die Krankenhäuser bereit seien, Weiterbildungsassistenten in der Allgemeinmedizin einzustellen, aber nicht für ein halbes Jahr, sondern mindestens zwei Jahre, so Pfeiffer.

Für die Mittelknappheit sieht Pfeiffer zwei Ursachen: Erstens habe die Erhöhung der Förderung von 2040 auf 3500 Euro monatlich die Attraktivität der ambulanten Weiterbildung gesteigert.

Zweitens sieht die Weiterbildungsordnung der Berliner Ärztekammer vor, dass bis zu 4,5 Jahre der Weiterbildung ambulant gemacht werden können. "Das bindet Fördermittel", so Pfeiffer.

Der Bedarf an Hausärzte-Nachwuchs in Berlin ist nach seinen Angaben mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Facharztabschlüsse. Jeweils rund 130 Hausärzte haben in den Jahren 2011 bis 2013 in Berlin Anträge auf Praxisnachfolge gestellt. Dem standen zum Beispiel im Jahr 2012 nur 51 Facharztprüfungen für Allgemeinmedizin gegenüber. (ami)

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