Arzneimittelmarkt

BfArM leuchtet mit Big Data Lieferengpässe aus

Die nationale Arzneimittelbehörde BfArM will sich nicht länger damit bescheiden, Lieferengpässe nur zu verwalten. Eine Koordinierungsstelle soll den Ursachen auf den Grund gehen.

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Bonn. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte richtet eine neue Koordinierungsstelle ein, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz und Big Data allgemeine Muster von Produktions- und Lieferkettenproblemen erforscht. Das Projekt, im Zuge dessen etwa zehn neue Vollzeitjobs in Bonn entstünden, werde vom Bundesgesundheitsministerium bis 2025 gefördert, versicherte Behördensprecher Maik Pommer auf Nachfrage. Am Ende werde man idealerweise sowohl ein Frühwarnsystem aufgebaut haben, das drohende Lieferengpässe rechtzeitig zu erkennen erlaubt, als auch über das Knowhow verfügen, mit dem sich der Industrie Hinweise zurückspiegeln lassen, an welchen Stellschrauben sich pharmazeutische Lieferketten wirkungsvoll stabilisieren lassen.

Ehrgeiziges Ziel des Vorhabens sei es, heißt es in einer Behördenmitteilung zu Wochenbeginn wörtlich, „Herstellungswege, Bedarfsprognosen, Produktionskapazitäten sowie Risikopotenziale möglichst lückenlos und weltweit abzubilden“. Die zu Auswertungszwecken erforderlichen Datenmengen sollen von der Industrie beigesteuert werden. Angesichts der bisherigen Erfahrungen aus dem behördlichen Engpassmanagement sei man sehr optimistisch, so Pommer weiter, dass sich die Pharmabranche der Datenanforderung nicht verschließen werde.

Zunächst wolle man sich vor allem auf Fertigung und Handel essenzieller und versorgungskritische Wirkstoffe fokussieren. Daraus ließen sich dann allgemeine Erkenntnisse ableiten und auf andere Teilmärkte übertragen. (cw)

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