Bis zu 1,4 Millionen Menschen in Bayern leiden an Diabetes

Etwa acht Prozent der bayerischen Männer und Frauen haben Diabetes Typ 2. Weitere 0,67 Prozent sind an Typ-1-Diabetes erkrankt. Das zeigen aktuelle Daten mehrerer gesetzlicher Krankenkassen aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich für 2008, die jetzt wissenschaftlich ausgewertet wurden.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:
Die hohe Zahl der Diabetes-Patienten stimmt nicht nur Ärzte und Kassen nachdenklich.

Die hohe Zahl der Diabetes-Patienten stimmt nicht nur Ärzte und Kassen nachdenklich.

© Foto: imago

MÜNCHEN. In Bayern sind mindestens eine Million Patienten mit Diabetes in ärztlicher Behandlung. Rechnet man noch eine Dunkelziffer von Menschen hinzu, die erkrankt aber noch nicht diagnostiziert sind, so leben in Bayern schätzungsweise 1,2 bis 1,4 Millionen Menschen mit Diabetes.

Konkret sind in Bayern 8,1 Prozent der Männer und 7,9 Prozent der Frauen an Diabetes Typ 2 erkrankt, berichtete Professor Hans Hauner vom Klinikum rechts der Isar der TU München bei einer Fachtagung von Health Care Bayern. Darüber hinaus sind 0,67 Prozent der Bevölkerung in Bayern an Diabetes Typ 1 erkrankt.

Das hat eine aktuelle Untersuchung auf der Grundlage von Daten aus dem Morbi-RSA für 2008 ergeben. Erstmals haben dazu AOK Bayern, Barmer, DAK, BKK Landesverband und die Techniker Krankenkasse dem Münchner Wissenschaftler ihre Daten zur Verfügung gestellt. Eine solche Zusammenstellung habe es bisher noch nicht gegeben, erklärte Hauner. Von den 12,5 Millionen Einwohnern Bayerns sind 10,4 Millionen gesetzlich versichert, erläuterte er. Die von den Kassen zur Verfügung gestellten Daten repräsentieren 9,1 Millionen Menschen oder 73 Prozent der bayerischen Bevölkerung.

Nach den Daten aus dem Kassenausgleich waren bei den teilnehmenden Kassen im vergangenen Jahr 345 272 Männer und 388 943 Frauen wegen Diabetes Typ 2 in ärztlicher Behandlung. Hinzu kommen 61 128 Patienten mit Diabetes Typ 1 sowie 11 625 Schwangere mit Gestationsdiabetes, berichtete Hauner.

Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung leben demnach in Bayern 1,03 Millionen Menschen mit Diabetes. Die Dunkelziffer schätzt Hauner auf 200 000 bis 400 000. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass Diabetes Typ 2 vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte auftritt, erläuterte Hauner. So sei aus anderen Untersuchungen bekannt, dass bei den über 60-Jährigen zwischen 20 und 30 Prozent an Diabetes erkrankt sind.

Ihr Newsletter zum Thema
Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Berufspolitik

Patientenströme – besser gelenkt

Kooperation | In Kooperation mit: Partnern aus Baden-Württemberg: AOK, Bosch BKK und dem MEDIVERBUND
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KV Thüringen

Akutpraxis in Gera: Praxismodell gegen den Ärztemangel

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Nie wieder spritzen? Small Molecules wie Orforglipron (C48H48F2N10O5) haben viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Inkretinmimetika, etwa orale Einnahme, leichtere Lagerung und niedrigere Kosten.

© Kassandra / stock.adobe.com

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?