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Aus Solidarität

Britische Ärzte drohen mit Pflegekräften mitzustreiken

Gehälter von Pflegekräften sollen im UK nur um ein Prozent steigen. Die Ärzteschaft zeigt sich mit den Krankenschwestern und Pflegern solidarisch – und erwägt mitzustreiken.

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Am 3. Februar applaudierte Großbritanniens Johnson noch für seine Ärzte und Pflegekräfte. Jetzt droht dem Gesundheitssystem ein Streik.

Am 3. Februar applaudierte Großbritanniens Johnson noch für seine Ärzte und Pflegekräfte. Jetzt droht dem Gesundheitssystem ein Streik.

© WIktor Szymanowicz/picture alliance/NurPhoto

London. In Großbritannien zeichnet sich ein Ärztestreik ab. Grund dafür ist die Ankündigung der Londoner Regierung, in diesem Jahr die Einkommen von Krankenschwestern und -pflegern um nur ein Prozent zu erhöhen. Die Ärzteschaft erklärt sich solidarisch.

Noch vor wenigen Wochen hatten sowohl Premierminister Boris Johnson als auch Gesundheitsminister Matt Hancock öffentlich die Arbeit von Pflegekräften und Ärzten im staatlichen britischen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) gelobt. Johnson stellte sich sogar mehrfach demonstrativ vor die Tür des Regierungssitzes in der Downing Street, um den NHS-Bediensteten Beifall zu klatschen.

Nach dem Beifall kommt jetzt die kalte Dusche: Im in der vergangenen Woche vorgestellten neuen Haushalt der Regierung Johnson für 2021 sind für die Krankenpflege mickrige ein Prozent Lohnerhöhung vorgesehen. Das ist weniger als die Inflation und es sorgt auch in der britischen Ärzteschaft für großen Unmut.

Einkommen in den vergangenen zehn Jahren gesunken

Diverse ärztliche Berufsorganisationen erklärten sich inzwischen solidarisch mit den Pflegern und drohten mit landesweiten Arbeitsniederlegungen. Die größte britische Krankenpflegergewerkschaft (Royal College of Nursing, RCN) sprach von einem „Schlag ins Gesicht“ seitens der Politik. „Was die Pflegeberufe dringend brauchen, sind nicht öffentliche Beifallsbekundungen, sondern bessere Verdienste“, so eine RCN-Sprecherin vor Journalisten in London.

Laut RCN verdienen Pflegekräfte im NHS inflationsbereinigt heute weniger als vor zehn Jahren. Erschwerend kommt hinzu, dass in hunderten staatlichen Kliniken qualifizierte Pfleger fehlen – eine Situation, die durch den Brexit noch deutlich schlimmer wurde. Seitdem Großbritannien raus ist aus der EU, haben laut RCN „Zehntausende“ qualifizierte Pflegekräfte das Land verlassen und wurden auch nicht ersetzt. Interessant: Die britische Öffentlichkeit und die Medien stellen sich ebenfalls nahezu unisono hinter die Pflegekräfte, was die Regierung Johnson zusehends in Bedrängnis und Erklärungsnot bringt.

All dies kommt zu einer Zeit, in der der NHS als Folge von COVID-19 und dem größten Massenimpfprogramm in der britischen Geschichte unter enorm großen Druck steht. In Großbritannien wurden bislang rund 21 Millionen Patienten gegen COVID-19 geimpft. Auch Hausarztpraxen impfen. (ast)

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